Christian Stückl
Inszenierungen:
1961 in Oberammergau geboren, gründet er während seiner Ausbildung zum Holzbildhauer mit 20 Jahren seine erste eigene Theatergruppe. Er inszeniert unter anderem Molières "Der eingebildete Kranke", Büchners "Woyzeck" und Shakespeares "Sommernachtstraum". Von dort geht er 1987 direkt an die Münchner Kammerspiele und wird Assistent bei Dieter Dorn und Volker Schlöndorff, bevor er mit seiner ersten Regiearbeit von Theater heute zum Nachwuchsregisseur des Jahres 1991 gekürt wird. Die Produktion, "Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos" von Werner Schwab, wird 1992 zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Stückl bleibt bis 1996 an den Münchner Kammerspielen, im Anschluß arbeitet er als freier Regisseur unter anderem in Hannover, Frankfurt, Karlsruhe, Wien und Bonn. Zu den Autoren, deren Werke er als freier Regisseur zur Aufführung bringt, zählen u.a. Vladimir Sorokin, Martin Walser, Daniel Call und Botho Strauß. Seit 1990 ist Christian Stückl drei Mal in Folge zum Spielleiter für die zehnjährig stattfindenden Passionsspiele Oberammergau gewählt worden. Seit 2002 ist er Intendant des Münchner Volkstheaters, hier findet unter seiner Leitung seit 2005 das Regietheaterfestival
Radikal jung statt. Mit Beethovens "Fidelio" inszenierte er 2004 in Köln seine erste Oper. 2006 inszenierte er, zusammen mit André Heller, die Eröffnungsfeier der Fußball-WM in München. Im Sommer 2007 brachte er, nach "König David", mit Stefan Zweigs "Jeremias" seine zweite Sommerproduktion in Oberammergau heraus. Am Münchner Volkstheater inszenierte er u.a. "Die Räuber", "Don Karlos", "Lulu", "Peer Gynt" außerdem die Shakespeare- Stücke "Titus Andronicus", "Richard III." und "Hamlet", sowie "Die Dreigroschenoper", "Der Stellvertreter", "Dantons Tod" und zuletzt "Geschichten aus dem Wiener Wald". Im Januar 2009 führte er Regie bei Hans Pfitzners "Palestrina" an der Bayerischen Staatsoper. Nach den Passionsspielen 2010 brachte er im Juli 2011 seine Bühnenfassung des Romans "Joseph und seine Brüder" von Thomas Mann im Oberammergauer Passionstheater auf die Bühne. Im November inszenierte er am Schauspielhaus Zürich Tankred Dorsts "Merlin oder Das wüste Land".
Bei den Salzburger Festspielen inszenierte er 2012 zum zehnten Mal die Eröffnungspremiere: den "Jedermann". In Hamburg brachte er 2012 die Oper "Ariadne auf Naxos" zur Aufführung. Im Oberammergauer Passionstheater hatte "Antonius und Cleopatra" unter seiner Regie Premiere. 2013 inszeniert er dort die Uraufführung von "Moses" von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel.
Im Sommer 2011 wurde der Bayerische Verdienstorden an Christian Stückl verliehen, wie auch das Große Verdienstzeichen des Landes Salzburg. Ebenso erhielt er den Oberbayerischen Kulturpreis 2011 und den Oberbayerischen Integrationspreis 2011.
© Gabriela Neeb