Ödön von Horváth

Am 9. Dezember 1901 wird Ödön von Horváth als Sohn eines ungarischen Diplomaten und einer deutsch-tschechischen Mutter in Fiume (Kroatien) geboren. Seine Jugend verbrachte der mehrsprachig aufwachsende Horváth in Belgrad, Budapest, Preßburg und Wien. Während seiner Studienzeit in München begann er zu schreiben, unter anderem Kurzgeschichten für den „Simplicissimus“. 1932 verfasste er das Stück „Glaube Liebe Hoffnung“, dessen Uraufführung 1933 durch Hitlers Machtergreifung verhindert wird. Bis 1933 wohnt er in München, Berlin und Murnau. In Murnau bezieht die Familie Horváth ein Landhaus, der Ort wird Horváths liebster Aufenthalt und Wohnort. Nachdem ein SA-Trupp das Haus seiner Eltern durchsucht hat, verlässt Horváth Deutschland in Richtung Österreich. Er erneuert seine ungarische Staatsbürgerschaft, mit der er den Weg in die Emigration antritt. Die Stücke der kommenden Jahre beschreiben die Problematik des Exils, das Heimweh und die notgedrungene Emigration. Bei einem tragischen Unfall verstarb Ödön von Horváth 1938: In Paris, wohin er auf der Flucht vor den Nationalsozialisten geraten war, wurde er auf den Champs-Élysées von einem herunterfallenden Ast erschlagen. Bedingt durch den zweiten Weltkrieg geriet Horváth nach seinem frühen Tod in Vergessenheit. Erst in den 1960er-Jahren erfuhren seine Dramen eine Renaissance, die bis heute andauert.