Herbert Achternbusch

Geboren am 23. November 1938 in München. Nach dem Abitur in Cham studiert er an der Pädagogischen Hochschule München-Pasing, an der Nürnberger Kunstakademie und der Akademie der Bildenden Künste in München. Nach verschiedenen Gelegenheitsarbeiten beginnt er in 1960er-Jahren mit seiner vielfältigen  künstlerischen Arbeit als Schriftsteller, Dramatiker, Maler, Bildhauer, Filmemacher und Schauspieler.

Er veröffentlicht in loser Folge Gedicht- und Erzählbände mit eigenen Illustrationen. Sein erster Roman „Die Alexanderschlacht“ erscheint 1971 und sichert ihm einen festen Platz in der Avantgarde der jungen deutschen Literatur der 1970er- und 1980er-Jahre.

1978 wird Achternbuschs erstes Theaterstück „Ella“ in Stuttgart uraufgeführt. Weitere Stücke folgen. Zu den erfolgreichsten zählt „Gust“ (1986), das, mit Sepp Bierbichler in der Hauptrolle, mehrere Jahre an den Münchner Kammerspielen läuft. Einen weiteren  Höhepunkt seiner Theaterarbeit bedeutet der Monolog „Meine Grabinschrift“ (1996) mit Rolf Boysen. Anfang der 1970er Jahre beginnt Achternbusch, erste Schmalfilme zu drehen. Er arbeitet mit Werner Herzog, Volker Schlöndorf und Margarethe von Trotta zusammen. 1974 kommt sein erster Spielfilm „Das Andechser Gefühl“ in die Kinos. 1982 löst sein Film Das Gespenst einen Skandal aus. Thema des Films sind die Konflikte des wiedergekehrten Jesus in der Gegenwart. Achternbusch lässt ihn vom Kreuz steigen, um mit einer jungen Ordensschwester zu schlafen. Der Blasphemievorwurf führt zu einem vorübergehenden Verbot durch die FSK und zur Reduzierung der zugesagten Filmförderung. Achternbusch führt einen zehn Jahre dauernden Rechtsstreit gegen die Bundesrepublik Deutschland, den er 1992 gewinnt, so dass ihm das vorenthaltene Geld ausgezahlt werden muss. Auch die folgenden Filme Achternbuschs wenden sich gegen Bigotterie, Spießertum und Heimattümelei.

Herbert Achternbuschs Gesamtwerk umfasst etwa 40 Buchpublikationen, mehr als 20 Theaterstücke, fast 30 Spielfilme und Hunderte von großflächigen Bildern. Sein Werk ist vielfach ausgezeichnet worden, u.a. mit der Ludwig-Thoma-Medaille der Stadt München (1975), dem Petrarca-Preis (1977), den er ablehnt, dem Bundesfilmpreis und Spezialpreis des Filmfestivals von Locarno (1982), dem Mühlheimer Dramatikerpreis (1986 und 1994), dem Tukan-Preis (1989), dem Preis des Hofer Filmfestivals (1990), dem Filmpreis der Stadt München (1992), dem Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis der Stadt Bielefeld (1995), dem Ernst-Hoferichter-Preis (1999) und dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (2010). Herbert Achternbusch ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.