Das Bild zeigt eine Gruppe von Personen, die auf einer Wippe stehend, die Arme in die Luft strecken.
Das Bild zeigt eine Frau, die auf eine Schiffskulisse blickt. Auf dem Schiff befinden sich mehrere Personen.
Das Bild zeigt mehrere Personen, die um ein Auto stehen. Ein Mann hält einen Leuchtstab in der Hand und inspiziert das Auto.
Das Bild zeigt einen Mann, der auf dem Dach eines Autos kniet.
Das Foto zeigt eine Frau, die mit einem Pinsel einen Baumast bestreicht.

Arche Nova (UA)

Ein Mysterienspiel

Das Theater ähnelt in vieler Hinsicht einem Schiff. Beides sind Heterotopien, Gegenorte zur Wirklichkeit und Residuen der Fantasie. Tatsächlich waren die ersten Techniker im höfischen Theater Seeleute. In den mittelalterlichen Mysterienspielen, die sich am Scheideweg von Theater und Kirche befinden, waren es dagegen die Schiffsbauer selbst, die den Bau der Arche auf beweglichen Bühnenwägen darstellten. Das Mysterium der Katastrophe konnte im Theater gegen jede Wahrscheinlichkeit durchgespielt werden. Ausgehend von der biblischen Geschichte der Arche Noah und ihrer Adaption in mittelalterlichen Mysterienspielen, behandelt das Stück "Arche Nova" den Moment, in dem das Theater mit einer realen Katastrophe konfrontiert ist. Die Bühne simuliert in der Inszenierung eine rettende Arche. Die Zuschauer*innen werden eingeladen, als auserwählte Passagiere an einem imaginierten Lockdown im Theater als mystischem Schiff teilzunehmen. Dabei verschwimmen Theater und Arche im Laufe des Abends immer mehr. 

Die Inszenierung arbeitet sich jedoch nicht nur an der Arche als Architektur der Rettung ab, sondern auch an der Katastrophe. Gemeinsam versucht die Crew der ARCHE NOVA sich mit ihr anzufreunden. Dazu wird das Unheil lustvoll provoziert. Das Stück bildet gleichsam eine Selbstbefragung des Theaters und seines Verhältnisses zur Wirklichkeit. Katastrophé heißt auf griechisch "Wendung". In Wirklichkeit bedeutet sie für viele das Ende. Kriege, die Corona-Pandemie, der Klimawandel – was heißt es angesichts der existierenden Katastrophen Theater zu machen? Und was geschieht, wenn das Theater als Ort der Erprobung anderer Realitäten von der Wirklichkeit überrollt wird?

In einer Collage aus Texten, lebendigen Bildern, Musik und Ritualen entsteht ein mystisch-poetischer Abend voller Angebote sich der Katastrophe anzunähern und die Ambivalenz und brutale Widersprüchlichkeit von Rettung und Sicherheit durchzuspielen. Dabei spitzt sich der Abend auf die Frage zu, welche Rolle die Wirklichkeit für das Theater spielt. Vor, während und nach der Sintflut.

 

 

Das Publikum bewegt sich frei im Raum, eine begrenzte Anzahl von Sitzmöglichkeiten ist vorhanden.
Premiere am
Mi 06 Jul 2022
20:00 Uhr Bühne 2
Do 07 Jul 2022
20:30 Uhr Bühne 2
Mi 13 Jul 2022
20:30 Uhr Bühne 2
Komposition & Live-Musik Tobias Purfürst
Licht David Jäkel
Dramaturgie Lotta Beckers
Texte Noam Brusilovsky, Lotta Beckers, Ensemble
Trailer
Pressestimmen

"Es ist so schön zu sehen, was das Theater alles kann. Oder vielmehr die Bühne 2 im Volkstheater. [...] Aber der Abend lebt ohnehin vom Charme der Hingabe und auch vom Stolz auf diese faszinierende Schiffsreise namens Theater." (Süddeutsche Zeitung) 

"Denn Regisseur Noam Brusilovsky geht es in 'Arche Nova' nicht nur darum, über die Katastrophen von heute nachzudenken, sondern er hat das Theater selbst als Möglichkeit einer Arche im Blick." (Abendzeitung)