Odyssee

frei nach Homer von Pavlo Arie I Eine Inszenierung mit Menschen aus der Ukraine und aus Düsseldorf

Die Neudichtung des ukrainischen Dramatikers Pavlo Arie müsste eigentlich "Penelope" heißen. Nicht die abenteuerliche und verlustreiche Heimfahrt des antiken Helden Odysseus steht im Zentrum, sondern seine Frau, die 10 Jahre auf das Ende des trojanischen Kriegs wartet und weitere 10 Jahre auf die Heimkehr ihres Mannes. Zu Hause wird ihr Sohn Telemachos ohne Vater erwachsen. Als unzählige Freier ihr Haus belagern, macht der Sohn sich auf die Suche nach Odysseus. Auch Penelopes Warten ist heute kein passives mehr. Diese gegenwärtige "Odyssee" erzählt in drei Generationen von dem Verlust des Geliebten in sinnlosen Kriegen. Berichtet wird auch von abenteuerlichen Irrfahrten – im wörtlichen Sinn irren Fahrten zwischen Skylla und Charybdis. Es sind jedoch keine Reisen in Richtung Heimat, sondern Fluchtgeschichten ins Exil.

Pavlo Arie verwendet für diese drei Handlungsstränge drei verschiedene Textsorten: Erstens bearbeitete Interviews mit ukrainischen Frauen, die ihre persönlichen Geschichten auf der Bühne erzählen und mit Frauen, die in der Ukraine geblieben sind, dort für ihr Land kämpfen oder Opfer von Kriegsverbrechen wurden. Zweitens eine literarische Neudichtung im Stil von Homers für Penelope und drittens erfindet er eine Geschichte über die erste Liebe zweier Teenager, einem jungen Mädchen in Düsseldorf und einem ukrainischen Jungen, der sich wie Telemachos auf die Suche nach seinem Vater macht – eine moderne Telemachie.

Die Erzählung mit sieben Frauen und zwei Jungen aus der Ukraine und sieben Düsseldorferinnen verwebt somit zentrale Motive Homers mit den Geschichten der Spieler*innen und wirft dabei einen neuen, weiblichen Blick auf den universellen Mythos – poetisch, persönlich, präsent.

 

Нова інтерпретація Одіссеї українського драматурга Павла Ар’є насправді мала б називатися «Пенелопіада». У центрі сюжету не сама пригодницька та переповнена втратами подорож Одіссея, а його дружина, яка десять років чекає на закінчення Троянської війни і ще десять років на повернення її чоловіка додому. Вдома, без батька, дорослішає її син Телемах. Коли їхній дім береться в облогу незліченими женихами Пенелопи, Телемах вирушає у пошуки Одисея. Чекання Пенелопи більше не пасивне – вона діє. Ця сучасна «Одіссея» розповідає від імені трьох поколінь. Про втрату своїх коханих у безглуздих війнах та поневіряннях між Сциллою та Харибдою. Однак це не подорожі до батьківщини, а історії втечі на чужину.

1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Auf Deutsch und Ukrainisch mit jeweiligen Übertiteln. Die Inszenierung thematisiert unter anderem Krieg und sexuelle Gewalt. Wir empfehlen den Besuch ab 14 Jahren.
Premiere am
Mo 01 Mai 2023
20:00 Uhr Bühne 1
Düsseldorfer Schauspielhaus / Stadt:Kollektiv
Regie Stas Zhyrkov
Bühne und Kostüme Paulina Barreiro
Musik Mariana Sadovska
Video Lev Gonopolskiy
Dolmetscher Sebastian Anton
Licht Konstantin Sonneson
Dramaturgie Birgit Lengers

Besetzung

Renat Bezpaliuk, Marta Bezpaliuk, Yuliia Birzul, Oleksandra Dolobovska, Olha Fish, Vasylysa Furmanova, Viktoria Gershevskaya, Alrun Juman Göttmann, Illia Ivliev, Kristina Karst-El Scheich, Greta Kolb, Tetiana Kuleba, Charlott Lindecke, Iryna Marchenko, Ju
Trailer
Pressestimmen

"Beeindruckende Produktion. Die Leistung des gesamten Ensembles ist umwerfend. Alle Stücke fürs Stadt:Kollektiv werden unter professioneller Anleitung mit Laien einstudiert, was man bei den vielen wunderbaren Talenten in 'Odyssee' vollkommen vergisst. Wenn am Ende der Vorstellung Beifall und Jubel aufbranden und das Premieren-Publikum sich erhebt, löst sich die Anspannung. Dabei fließen Tränen, und das nicht nur auf der Bühne." – Rheinische Post