Gott wartet an der Haltestelle
von Maya Arad Yasur Regie: Pınar Karabulut
Bühne und Kostüme: Franziska Harm
Musik: Daniel Murena
Licht: Rolf Pazek
Dramaturgie: Julia Weinreich
Deutsch von Matthias Naumann

Zwei junge Frauen stehen einander an einem Grenzposten gegenüber: die israelische Soldatin Yael und die palästinensische Krankenschwester Amal. Wenig später hat Amal sich und 29 Menschen in den Tod gerissen. Sprachlich fragmentarisch und in zahlreichen Rück- und Vorblenden untersuchen die Figuren in Maya Arad Yasurs Drama „Gott wartet an der Haltestelle“ die Gründe für dieses Selbstmordattentat. Gemeinsam gehen sie zurück an den Anfang, erkunden die Spuren der zermürbenden israelischen Besatzungspolitik und hinterfragen die patriarchalischen Machtstrukturen in Familie und Gesellschaft auf beiden Seiten des Grenzzaunes.
Der Text fragt, wo in der Kette der Ereignisse Augenblicke gewesen sind, an denen sich noch alles zum Guten hätte wenden können. Ob ein anderes Handeln – ein menschlicheres – die Katastrophe hätte verhindern können? Opfer wie Täter bekommen eine gleichberechtigte Stimme; es geht nicht um Schuld, sondern um den Versuch, die Formel des Hasses zu entschlüsseln.

Deutsch von Matthias Naumann

Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung am 4.5.

Pressestimme

"So changiert die Inszenierung zwischen unterhaltsamen, fesselnden und reichlich beklemmenden Arrangements. Pinar Karabuluts Zugriff ist insgesamt berückend."
Die deutsche Bühne

 

Besetzung

Henriette Hölzel
Loris Kubeng
Mathis Reinhardt
Laina Schwarz
Nicolas Streit