Kırkpınar (UA)
Eine Produktion von caner teker in Koproduktion mit SOPHIENSÆLE.
Regie & Choreografie: caner teker
Musik: Lou Drago, Valerie Anna Zwoboda
Dramaturgische Begleitung: Isabel Gatzke
Gestaltung: Billy Lobos
Text: Stanton Taylor

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Mucca
1 Stunde, keine Pause

caner teker eignet sich Techniken des türkischen Öl-Wrestlings (Yağlı Güreş) an und eröffnet damit neue queere Räume. In dem traditionellen Kampfsport treten zwei eingeölte Ringer in Büffellederhosen gegeneinander an und versuchen, die Schultern des Gegners auf den Boden zu drücken. Die beiden marginalisierten Performer*innen in Kırkpınar brechen mit diesen hypermaskulinen Machtdynamiken und stellen stattdessen Fragen nach Verletzlichkeit und Intimität in den Mittelpunkt. Glänzende Bronze oder leuchtend cis-weiße, spektakuläre Muskeln haben uns von jeher in den Bann genommen. Stets unzulänglich im Schatten ihrer Brillanz, ist die Frage nicht so sehr, was sie mit uns machen, sondern warum wir den Blick nicht abwenden können. Angefixt begibt sich caner teker in jenes Geflecht von Begehren, Erniedrigung und Gewalt, das man gemeinhin Männlichkeit nennt. Die Täuschungsmanöver des selbsternannten Hochstaplers vermögen im besten Fall zu verwischen, im schlimmsten zu verschleiern, was die binäre Unterscheidung zwischen dem ausmacht, was europäisch oder türkisch, männlich oder weiblich, schwul oder hetero ist: queer, wie es die Kids von heute nennen.

 

Besetzung

Aaron Ratajczyk