Gehörlosen-Hörspiel
von Noam Brusilovsky
Bühne & Kostüm: Magdalena Emmerig

Karten kaufen

14. März
20:00 Uhr
Premiere am
14. März 2020
Kleine Bühne

Auf der kleinen Bühne des Volkstheaters schaut man hinter die Kulissen einer Hörspielproduktion. In diesem Stück sind jedoch keine Stimmen, keine Geräusche und keine Musik zu hören. Das „Gehörlosen-Hörspiel“ ist ein stilles Hörspiel.
Steve Stymest, von Geburt an gehörlos, wird infolge einer zufälligen Begegnung mit Theater- und Hörspielregisseur Noam Brusilovsky ins Münchner Volkstheater zu einem ästhetischen Experiment eingeladen - gemeinsam bauen sie ein Tonstudio, in dem sie ein Hörspiel entwickeln, das sowohl an Gehörlose als auch an Hörende adressiert wird. Was bleibt vom Hör-Spiel übrig, wenn das Hören weg fehlt? Wie lässt sich ein Hörspiel aus der Perspektive eines Nichthörenden vorstellen?
Zusammen mit dem Ensemble und dem technischen Team des Münchner Volkstheaters entwerfen Brusilovsky und Stymest eine visuelle Inszenierung von Ton. Während das Radiohörspiel versucht, Bilder in Töne zu übersetzen, versucht das „Gehörlosen-Hörspiel“, Klang in Bild auf der Bühne zu verwandeln: Wie sieht das Geräusch des Regens aus? Wie hell sind die Bässe im Klub? Welches Mikrofon eignet sich am besten, um die eigene innere Stimme zu finden? Was unterscheidet unsere eigenen Schallwellen voneinander?
Das Gehörlosen-Hörspiel ist eine biografische Arbeit, in der von Gehör und Gehörlosigkeit, von akustischen und mystischen Phänomenen und von der eigenen Arbeit im Hörspiel erzählt wird. „Schreiben“, „Aufnehmen”, „Schneiden“, „Mischen“ und „Senden“ heißen die fünf Akte dieses Stücks. Mit Gebärdensprache, Übertiteln, Bewegung und Licht wird versucht, sich dem anzunähern, was ein solches Hörspiel sein könnte - eine Annäherung an das Unmögliche. Doch der innere Widerspruch eines „Gehörlosen-Hörspiel“ regt zu einer poetischen Auseinandersetzung mit den eigenen Wahrnehmungsbedingungen an. Sowohl die Beteiligten als auch das Publikum begeben sich in diesem Projekt auf das dünne Eis einer neuen gemeinsamen Sprache, die es noch nicht gibt.
* Diese Inszenierung ist auch für das schwerhörige und das gehörlose Publikum zugänglich.