Wer hat meinen Vater umgebracht (DE)
nach Édouard Louis Regie: Philipp Arnold
Bühne & Kostüm: Belle Santos
Dramaturgie: Katja Friedrich
Sounddesign: Adel Alameddine

Seine ganze Kindheit wünscht sich Édouard Louis sein Vater möge verschwinden. Jede Begegnung mit seinem Vater erweist sich als schwierig – aus Scham. Der Sohn schämt sich seiner Andersartigkeit, der machistische Vater schämt sich der Andersartigkeit seines Sohnes. In prekären Verhältnissen wächst er als fünftes Kind in einem von Armut und Alkohol geprägten Elternhaus auf. Auch außerhalb der Familie hat es Louis nicht leicht: Er ringt um seine Identität in der nordfranzösischen Provinz, wo ein homophobes, bildungsfeindliches und gewaltbereites Klima vorherrscht. Jeder Versuch der Anpassung scheitert. Erst mit dem Übertritt in ein Gymnasium in der nächstgelegenen Großstadt gelingt es ihm, dieser Atmosphäre zu entkommen. Viele Jahre später, mittlerweile hat er Soziologie studiert, verarbeitet er seine Erfahrungen als Schriftsteller. In seinem vielbeachteten jüngsten Werk „Wer hat meinen Vater umgebracht“ versucht sich der Sohn dem Vater anzunähern, sein Handeln und seine Einstellungen zu verstehen. Es ist ein wütendes und zugleich zärtliches Buch geworden. Der 27jährige Louis prangert ein politisches System an, das die Armen nicht unterstützt sondern durch Kürzungen der Sozialleistungen weiter an den Rand treibt. Die Einsicht, dass die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse ein Urteil bedeutet, lässt eine späte Annäherung zwischen Vater und Sohn zu.

Pressestimmen

"Philipp Arnold hat aus Édouard Louis' Buch 'Wer hat meinen Vater umgebracht' einen wunderbar klugen und anrührenden Theaterabend gemacht. [...] Mit drei Menschen auf der kleinen Bühne, die einem nahe gehen, Anne Stein, Jakob Gessner und Jonathan Hutter." (Süddeutsche Zeitung)

"Den drei Schauspielern gelingt es dennoch auf beeindruckende Art und Weise auf minimalem Raum, auf Leinwand übertragen und mit Gummimasken auf dem Kopf, das Publikum zu faszinieren und Themen wie den Kampf gegen das Klassensystem oder die Stigmatisierung von Bevölkerungsgruppen authentisch darzustellen." (Kultur in München)

 "Die drei jungen Schauspieler sind mit vollem Elan bei der Sache [...]." (Münchner Merkur)