Münchner Volkstheater

Michael Kohlhaas
nach Heinrich von Kleist

Regie: Hanna Rudolph
Bühne: Nadia Fistarol
Kostüme: Sara Schwartz
Musik: Kriton Klingler-Ioannides

Lieber ein Hund sein, wenn ich von Füßen getreten werden soll, als ein Mensch!

Der Pferdehändler Michael Kohlhaas wird auf dem Weg nach Leipzig von den Leuten des Junker Tronka aufgehalten. Neuerdings brauche er einen Passierschein. Kohlhaas will diesen Schein gerne nachreichen. Als Pfand hinterlässt Kohlhaas seine beiden besten Pferde auf der Tronkenburg und beauftragt seinen Knecht Herse, sich um die Pferde zu kümmern. In Dresden erfährt Kohlhaas jedoch, dass dieser Passierschein reine Willkür ist und jeglicher gesetzlicher Grundlage entbehrt. Als er auf die Tronkenburg zurückkehrt, findet er seine Pferde misshandelt vor. Sein Knecht wurde verprügelt und von der Burg gejagt. Kohlhaas Rechtsgefühl ist aufs Empfindlichste gekränkt. Er klagt um Wiedergutmachung des Schadens und Verurteilung des Junkers. Doch trotz wiederholter Klagen auf legalem Weg, wird ihm sein Recht verweigert. Als seine Frau bei dem Versuch Unterstützung beim Kurfürsten zu erhalten, erschlagen wird, greift Kohlhaas zur Selbstjustiz. Er beginnt einen blutigen Rachefeldzug. Zusammen mit seinen Anhängern zündet er blind vor Wut Dörfer an, in denen sich der Ungerechte angeblich versteckt hält und nimmt in Kauf, dass unschuldige Menschen ums Leben kommen.

Heinrich von Kleists Novelle stellt die großen Fragen nach Recht und Gerechtigkeit, Schuld und Sühne, Idealismus und Gewalt.

Preise B

Pressestimmen
Es ist absolut junges Theater, das hier gespielt wird. Münchner Merkur, Sabine Dultz

Hanna Rudolph... inszeniert die Novelle modern, bleibt jedoch bei Kleists kunstvoller, aber zuweilen dramaturgisch sperriger Originalsprache, woraus ein spannender Kontrast entsteht. dpa, Christina Horsten

Hanna Rudolph hat Kleists Prosatext für die Bühne adaptiert und am Münchner Volkstheater mit nur sechs Schauspielern in Szene gesetzt. Nach gut zwei Stunden gab es für ihre so kluge wie kraftvolle Inszenierung Bravo-Rufe und langen Applaus. Donaukurier, Anja Witzke

Wer hätte sich nicht schon einmal dem Gedanken hingegeben, es anderen nach erlittenen Kränkungen so richtig heimzuzahlen. Es ist dieser moralische Zwiespalt, den Hanna Rudolph in ihrer Bühnenadaption von Kleists Novelle am Münchner Volkstheater gekonnt herausgearbeitet hat. Ihre Inszenierung - das ist ihre Stärke - fordert den Zuschauer heraus, Partei zu ergreifen für Kohlhaas und macht es zugleich schwer möglich. Deutschlandradio Kultur, Christoph Leibold



Schulmaterial

Premiere am 3. Juli 2008
19:30 bis ca. 21:30, keine Pause

Karten für

Mitwirkende

Nico Holonics, Friedrich Mücke, Gabriel Raab, Robin Sondermann, Xenia Tiling, Andreas Tobias