Ein Mann in einem grünen Spitzen-Jumpsuit auf dem dreimal "Sorry" steht
Julian Gutmann (c) Gabriela Neeb
Ein Mann liegt auf der Bühne, hinter im hocken drei Personen in neongelben Anzügen mit Zipfeln
Julian Gutmann, Maral Keshavarz, Jonathan Müller, Ruth Bohsung (c) Gabriela Neeb
Drei Personen in Königskostümen springen in die Luft.
Ruth Bohsung, Jonathan Müller, Maral Keshavarz (c) Gabriela Neeb
Eine Person in rot streckt die Arme über den Kopf und steht neben einer kaputten Eierschale.
Ruth Bohsung (c) Gabriela Neeb
Ein Mann schaut aus einem Loch im Boden, hinter ihm Stehen drei blau-lila beleuchtete Gestalten.
Vincent Sauer (c) Gabriela Neeb

europa flieht nach europa

ein dramatisches gedicht in mehreren tableaus (erweiterte fassung)

Europa spielt mit ihren Schwestern im Wasser. Eine Herde Stiere kommt angetrabt und die Königstochter Europa sieht dem größten und schönsten unter ihnen in die Augen. Der Stier packt sie und schwimmt mit ihr zu einer fernen Insel. Soweit so gut. Diese Europa wird allerdings nicht von Zeus vergewaltigt wie im griechischen Mythos. Sie schlachtet den Stier und ruft einen Kontinent aus, der nicht auf Blut und das Recht des Stärkeren gegründet werden soll. Hoch lebe die Hoffnung: alles soll anders werden als es ist! Aber so leicht lassen sich die Jahrhunderte von Krieg, Kolonialismus und Kapitalismus, die Europa geformt haben, nicht abstreifen. Wieder einmal werden Grenzen mit Blut gezogen, wieder hat plötzlich jemand gewonnen, ein anderer verloren und ruck zuck ist man zurück in verdächtig vertrauten Bahnen von Gewalt, Gegengewalt und Herrschaft.

Miru Miroslava Svolikovas dramatisches Gedicht lässt in einem Wirbel aus skurrilen Figuren und aberwitzigen Szenerien zwischen kleinen Königen, dem Karneval des Lebens oder einem Chor von Putzkolonnen Fragen nach der Grundlage der europäischen Idee aufkommen. Dieser Kontinent – je nach Erzählung mal Speerspitze der Aufklärung, mal schwer bewachte Festung – wird zurzeit von gewaltigen Krisen beherrscht. Miru Miroslava Svolikova hat ihr 2018 uraufgeführtes Stück um neue Szenen erweitert: Was ist geblieben vom Traum des großen Friedens- und Wohlstandsprojektes der EU? Sind die Utopien von damals noch zu retten? Anna Marboes Inszenierung wagt einen Spagat zwischen absurder Komik und der Reflexion über die grausame Geschichte eines Kontinents.

1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Premiere am
Regie Anna Marboe
Bühne & Kostüme Sophia Profanter, Helene Payrhuber
Dramaturgie Rose Reiter
Regieassistenz Jenny von Reiche
Ausstattungsassistenz Paula de la Haye
Trailer
#hinterdenkulissen - Im Gespräch mit Anna Marboe
Pressestimmen

"Die Darstellenden rocken hier den Abend, jeder hat seinen Part, nur zusammen stimmt der Gesamtklang." - Süddeutsche Zeitung

"Zwischen Dadaistik, Slapstick und philosophisch-christlich grundierten Reflexionen bewegt sich dieser intelligent komponierte Abend." - Münchner Merkur

Hinweise zur Inszenierung

  • Einsatz von Stroboskoplicht