I WANNA CONTACT THE LIVING – Das Gespenstische von Canterville

von Katharina Grosch
frei nach Oscar Wilde

Ein uralter Fluch, ein unheimliches Schloss und eine verlorene Seele, die darin ihr Unwesen treibt. Das Gespenst von Canterville wartet nur darauf, arglose Opfer in den Wahnsinn zu treiben; verdammt dazu, einzig durch den Spuk mit anderen in Kontakt treten zu können. Das Problem: Die neuen Mieter*innen des Schlosses sind vollkommen unbeeindruckt. Der Grusel, jenes doch eigentlich urmenschliche Gefühl, scheint bei der modernen Familie nicht richtig zu funktionieren. Immer verzweifelter rasselt das Gespenst die Ketten, in der Hoffnung, eine Reaktion hervorzurufen und greift zunehmend hilflos auf alles zurück, was die verschiedenen Horror- und Gruselgenres in den Jahrhunderten so angehäuft haben.

Ausgehend von Oscar Wildes Erzählung fragt sich Autorin und Regisseurin Katharina Grosch mit ihrem Team: Kann sich eine vollkommen aufgeklärte Gesellschaft noch gruseln? Und wenn nicht, warum haben dann trotzdem alle Angststörungen und Panikattacken? Im Angesicht von so vielen realen Schreckensszenarien hat sich eine gewisse Apathie eingeschlichen, die das einsame Gespenst verzweifelt aufzurütteln versucht. Wenn alle Horrorfilme geschaut, alle Traumata vermeintlich austherapiert sind und noch die bedrohlichsten Nachrichten müde beim Frühstück weggescrollt werden, wo ist da noch Platz für den Grusel und ist er am Ende nicht lebenswichtig für das menschliche Zusammenleben? Wer sich gruselt, rückt schließlich näher zusammen.

1 Stunde 50 Minuten, keine Pause
Uraufführung
Premiere am
So 21 Jun 2026
20:00 Uhr Bühne 2
Fr 26 Jun 2026
20:00 Uhr Bühne 2
Fr 17 Jul 2026
20:00 Uhr Bühne 2
Kein passender Termin dabei? Jetzt per E-Mail benachrichtigen lassen, sobald neue Termine im Verkauf sind.
 
Bühne und Kostüme Hanna Rode
Musik Cico Beck
Licht Balthasar Lukas Pank
Dramaturgie Hannah Mey
Regieassistenz Dominik Artur Poczta, Camilo Störmann
Ausstattungsassistenz Jessica Puentes, Felix Lindner

Besetzung

Gespenst 1 Maximiliane Haß
Gespenst 2 Liv Stapelfeldt
Gespenst 3 Marlene Markt
Ms. Umney Ruth Bohsung
Pressestimmen

"Die Regisseurin nimmt die Gespenstergeschichte als Ausgangspunkt und absurd-trashiges Setting für ein Reflektieren über dieses 'Menschentier, das so banal funktioniert'. Über weite Strecken überrascht und beglückt der Abend mit kleinen Schreckmomenten und abseitigen Gedankengängen."  Abendzeitung

"Zu sehen sind vor allem Hanna Rodes wunderbare Kostüm- und Maskenkreationen: rotwangige Pappgesichter mit staunend aufgerissenen Augen und Mündern, zu Berge stehendem oder altertümlich frisiertem Wollhaar über zerknitterten Bettlakenkleidchen. Ein bisschen wirken [die Gespenster] wie besonders geliebte und heftig bespielte Stoffpuppen. Schon daher glaubt man ihnen die Expertise für Ängste aller Art." nachtkritik

"Bei Grosch spielen die Gespenster im natürlichsten Gespensterhabitus, sie sind sehr lustig, munter und bald völlig verzweifelt. [...] Ein Gespenst, das sein tägliches Scheitern mit frohgesinnter Entrüstung vorführt, hätte man auch gern daheim."  Süddeutsche Zeitung

Auf dem Blog
Im Gespräch
Gruseln im Münchner Volkstheater: Die Regisseurin Katharina Grosch bringt das "Gespenst von Canterville" nach Oscar Wilde auf die Bühne. Im Gespräch über die Magie des kleinen Schauderns, die Wichtigkeit des Fühlens und die gruseligste Sendung von allen.

Hinweise zur Inszenierung

In der Inszenierung kommt es zum Einsatz von Zigaretten und Kräuterzigaretten.