Vorstellungsausfall
Die für Freitag, den 19. Juni geplante Vorstellung von "The Lobster" muss krankheitsbedingt leider ersatzlos entfallen. Unsere Theaterkasse kontaktiert alle Kartenkäufer*innen per E-Mail.
Ein uralter Fluch, ein unheimliches Schloss und eine verlorene Seele, die darin ihr Unwesen treibt. Das Gespenst von Canterville wartet nur darauf, arglose Opfer in den Wahnsinn zu treiben; verdammt dazu, einzig durch den Spuk mit anderen in Kontakt treten zu können. Das Problem: Die neuen Mieter*innen des Schlosses sind vollkommen unbeeindruckt. Der Grusel, jenes doch eigentlich urmenschliche Gefühl, scheint bei der modernen Familie nicht richtig zu funktionieren. Immer verzweifelter rasselt das Gespenst die Ketten, in der Hoffnung, eine Reaktion hervorzurufen und greift zunehmend hilflos auf alles zurück, was die verschiedenen Horror- und Gruselgenres in den Jahrhunderten so angehäuft haben.
Ausgehend von Oscar Wildes Erzählung fragt sich Autorin und Regisseurin Katharina Grosch mit ihrem Team: Kann sich eine vollkommen aufgeklärte Gesellschaft noch gruseln? Und wenn nicht, warum haben dann trotzdem alle Angststörungen und Panikattacken? Im Angesicht von so vielen realen Schreckensszenarien hat sich eine gewisse Apathie eingeschlichen, die das einsame Gespenst verzweifelt aufzurütteln versucht. Wenn alle Horrorfilme geschaut, alle Traumata vermeintlich austherapiert sind und noch die bedrohlichsten Nachrichten müde beim Frühstück weggescrollt werden, wo ist da noch Platz für den Grusel und ist er am Ende nicht lebenswichtig für das menschliche Zusammenleben? Wer sich gruselt, rückt schließlich näher zusammen.
"Die Regisseurin nimmt die Gespenstergeschichte als Ausgangspunkt und absurd-trashiges Setting für ein Reflektieren über dieses 'Menschentier, das so banal funktioniert'. Über weite Strecken überrascht und beglückt der Abend mit kleinen Schreckmomenten und abseitigen Gedankengängen." – Abendzeitung
"Zu sehen sind vor allem Hanna Rodes wunderbare Kostüm- und Maskenkreationen: rotwangige Pappgesichter mit staunend aufgerissenen Augen und Mündern, zu Berge stehendem oder altertümlich frisiertem Wollhaar über zerknitterten Bettlakenkleidchen. Ein bisschen wirken [die Gespenster] wie besonders geliebte und heftig bespielte Stoffpuppen. Schon daher glaubt man ihnen die Expertise für Ängste aller Art." – nachtkritik
"Bei Grosch spielen die Gespenster im natürlichsten Gespensterhabitus, sie sind sehr lustig, munter und bald völlig verzweifelt. [...] Ein Gespenst, das sein tägliches Scheitern mit frohgesinnter Entrüstung vorführt, hätte man auch gern daheim." – Süddeutsche Zeitung
In der Inszenierung kommt es zum Einsatz von Zigaretten und Kräuterzigaretten.