Der Mieter
von Roland Topor Regie: Blanka Rádóczy
Bühne: Blanka Rádóczy
Kostüm: Andrea Simeon
Musik: Benedikt Brachtel
Licht: Martin Jedryas
Dramaturgie: Angela Obst

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Marstall // Residenztheater
Dauer: 1 Stunde 10 Minuten, keine Pause

Trelkovsky ist ein Glückspilz. In Paris auf dringender Wohnungssuche, wird er in einem verfallenen Gebäude fündig. Zwar wirkt schon die Nachbarschaft knifflig, sieht die Concierge nach Schwierigkeiten aus, wohnt der Vermieter mit im Haus und legt auf ein möglichst lautloses Leben Wert, geschehen auf der Gemeinschaftstoilette seltsame Dinge. Der größte Haken aber: Noch ist die Wohnung gar nicht frei. Die Vormieterin hat sich aus dem Fenster gestürzt und liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Erst mit ihrem Tod beginnt Trelkovskys neues Leben. Er wird Mieter. Ein Traum. Ein Alptraum! Schritt für Schritt löst sich nicht nur sein soziales Leben, sondern seine ganze Identität auf. Überall wird er daran erinnert, dass lebendig sein stören heißt. Und überall trifft er auf frappierende Zeichen, dass in ihm seine Vormieterin weiterzuleben scheint. Zwischen kotbeschmierten Treppenstufen und dem symphonischen Wutklopfen der Nachbarn fliegt Trelkovsky zusehends aus der Ich-Kurve. Roland Topors Roman – 1976 von Roman Polanski mit ihm selbst in der Hauptrolle verfilmt – lädt eine alltägliche Situation derart mit infernalischem Witz und psychotischem Horror auf, bis Normalität und Wahnsinn ununterscheidbar sind. Es gibt nur eine Gewissheit: Nachbarn sind wir alle.

Pressestimmen

"Rádóczy [...] überträgt den inneren Horror des Mieters in ein Gefüge minutiöser Abläufe." Süddeutsche Zeitung

 

Besetzung

René Dumont
Anna Graenzer
Aurel Manthei
Cynthia Micas
Joachim Nimtz