George Tabori

George Tabori wurde 1914 in Budapest geboren. 1935 emigrierte er über Wien und Prag nach London. 1947 übersiedelte er in die USA und schrieb Filmdrehbücher für Joseph Losey, Anatole Litvak, Alfred Hitchcock und andere. In Hollywood traf er Bertolt Brecht, den er ins Englische übersetzte, und schrieb bald darauf sein erstes Bühnenstück für den Broadway.

Der Dramatiker, der über dreißig Theaterstücke verfasst hat – alle in englischer Sprache – widmete sich mit seinem schwarzen Humor den heikelsten Themen und brach immer wieder Tabus. Aufsehen erregten seine Stücke, in denen er die Nazizeit auf die Bühne brachte, so die Hitler-Farce "Mein Kampf“ (1987), die auch am Münchner Volkstheater in der Regie von Christian Stückl inszeniert wurde. Das Auschwitz-Stück "Die Kannibalen“ war 1968 in Deutschland ein großer Erfolg, danach inszenierte Tabori an verschiedenen deutschen Bühnen und übersiedelte als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD 1971 ganz nach Deutschland. Später ging er nach Österreich, wo er von 1987 bis 1990 das Wiener Theater "Der Kreis“ leitete.

George Tabori starb am 23. Juli 2007 im Alter von 93 Jahren in Berlin. Seit 2010 wird zu seiner Erinnerung jährlich vom Fonds Darstellende Künste e.V. der George-Tabori-Preis an bundesweit "herausragende Ensembles Freier professioneller Theater- und Tanzschaffender“ verliehen.