Plakatmotiv zu Animal Farm (c) Torkil Gudnason

Animal Farm

Alle Tiere sind gleich. Das ist das wichtigste der neuen Gebote, die nach der Rebellion der Tiere auf der Herrenfarm aufgestellt werden. Nieder mit der Ungleichheit. Nicht länger soll der Mensch über das Tier herrschen, ihre Arbeit ausgebeutet, ihre Erzeugnisse gestohlen oder das Tier geschlachtet werden. Nachdem der Bauer vertrieben ist, bleibt die Farm in Klauen, Pfoten und Hufen der Tiere. Alles wird geschwisterlich geteilt und die Symbole der Knechtschaft zerstört. Die Schweine, die als die klügsten Tiere gelten, übernehmen die Leitung der neuen Farm. Doch nach und nach schleichen sich alte Muster in diese Ordnung: immer mehr Privilegien schaffen ein immer spürbareres Gefälle zwischen den Schweinen und den anderen Tieren…

Orwell schrieb die Fabel 1945 als Allegorie auf die russische Revolution. In Sapir Hellers Inszenierung erscheint sie darüber hinaus aber als grundlegende Reflexion über Macht und die Dialektik von gesellschaftlichen Veränderungen. Die Frage nach Gleichheit ist heute umso drängender: kann durch das Gebot, etwas Besonderes sein zu müssen, auch eine totalitäre Gleichheit entstehen? Wer bestimmt, wie die Norm auszusehen hat, wer sich worein integrieren soll und wie mit Menschen umgegangen wird, die nicht in das Raster passen?

Premiere am
Regie Sapir Heller
Bühne & Kostüm Anna van Leen
Musik Ralph Heidel
Choreografie Jenny Schinkler
Dramaturgie Leon Frisch
Licht Björn Gerum

Besetzung

Schwein Napoleon Anne Stein
Schwein Schneeball Steffen Link
Schwein Squeaker Jonathan Müller
Schwein Old Major / Pferd Molly / Rabe 1 Alexandros Koutsoulis
Pferd Boxer Jan Meeno Jürgens
Esel Benjamin Jakob Immervoll
Pferd Kleeblatt Lorenz Hochhuth
Kuh Marie Maral Keshavarz
Schaf Wolly / Rabe 2 Julian Gutmann
Schaf Dolly Silas Breiding
Henne Rieke Henriette Nagel