Criminal Tribes Act: Extended

Realized in cooperation with the Münchner Volkstheater and Goethe-Institut Sri Lanka and Goethe-Institut / Max Mueller Bhavan Bangalore.

Das neue Projekt des indischen Regisseurs Sankar Venkateswaran untersucht Formen der sozialen Ausgrenzung in Indien und deren Legitimation durch die Kolonialgeschichte. Ausgangspunkt ist der Criminal Tribes Act von 1871, eine koloniale Gesetzgebung, die es erlaubte, verschiedene nomadische Gemeinschaften für kriminell zu erklären. Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit Indiens betraf der Criminal Tribes Act das Leben von rund 13 Millionen Menschen. Bis 1949 war das Gesetz in Kraft und trug maßgeblich zur Legitimierung der vorherrschenden Vorstellungen von Kastenhierarchien bei. Venkateswaran analysiert die Strukturen der Diskriminierung, die sich im Kastensystem bis in die heutige Zeit fortsetzen und immer wieder neu in die Körper der Individuen eingeschrieben werden.

Das Stück beginnt als ein offenes Gespräch zwischen zwei Schauspielern, Chandru und Rudy. Sie sprechen miteinander über ihre Hintergründe, Erfahrungen, und Unterschiede. Während sie versuchen ihre Geschichte zu "übersetzen" wird der eine zum Sprecher, der andere zum Thema. Das Stück offenbart die inhärenten Konflikte zwischen dem Sprecher und dem Subjekt, dem Gesprochenen und dem Unausgesprochenen und die (Un-)Entrinnbarkeit von "uns", "ihnen" und "den anderen".

CRIMINAL TRIBES ACT wurde zuvor bei SPIELART 2017 gezeigt, nun kommt das Team mit CRIMINAL TRIBES ACT: EXTENDED zurück.

 

60 Minuten
In englischer Sprache und Kannada mit deutschen Untertiteln
Premiere am
Concept and director Sankar Venkateswaran
Production Satoko Tsurudome

Besetzung

Written and performed by Anirudh Nair, Chandra Ninsasam