Tatort Mittelmeer
Das zentrale Mittelmeer ist eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Jährlich sterben Tausende Menschen an Europas Außengrenze bei dem Versuch in Sicherheit zu gelangen. Im Sinne der Abschottung Europas lassen die EU und ihre Mitgliedstaaten die Schutzsuchenden wissentlich im Stich. Die Zahl der Rechtsbrüche und Menschenrechtsverletzungen nehmen zu, seit 2014 sind über 35.000 Menschen ertrunken: Das Mittelmeer ist nicht nur Massengrab, sondern auch Tatort.
Tatort Mittelmeer ist eine szenische Lesung, die jährlich an wechselnden Theatern aufgeführt wird. In diesem Oktober macht sie Station am Münchner Volkstheater.
Bekannte Schauspielende, die u. a. als TV-Ermittelnde aus Tatort bekannt sind, lenken den Fokus auf das Mittelmeer als Tatort: Mechthild Großmann, Carlo Ljubek, Nina Kunzendorf, Carol Schuler und Daniel Sträßer lesen von SOS Humanity aufgezeichnete Erfahrungsberichte von Geretteten sowie Rettenden und Dokumentationen von Rechtsbrüchen auf dem Mittelmeer. Mit der Lesung Tatort Mittelmeer soll vor allem die Stimme jener verstärkt werden, die kaum jemand hört: Menschen auf der Flucht. Musikalisch begleitet wird die Lesung von dem palästinensisch-syrischen Pianisten Aeham Ahmad, der 2015 den Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte erhielt.
SOS Humanity setzt sich für eine Welt ein, in der die Menschenrechte aller gewahrt werden. SOS Humanity steht für Menschlichkeit auf See und an Land. Der Verein engagiert sich seit 2015 dafür, dass kein Mensch mehr auf der Flucht ertrinken muss und jeder mit Würde behandelt wird.
Die Szenische Lesung Tatort Mittelmeer soll mehr Aufmerksamkeit auf die seit Jahren andauernde humanitäre Katastrophe auf dem Mittelmeer lenken und Anlass bieten, Spenden für die lebensrettenden Einsätze der Rettungsschiffe von SOS Humanity zu sammeln.
Tatort Mittelmeer ist eine Veranstaltung der zivilen Seenotrettungsorganisation SOS Humanity mit dem Münchner Volkstheater.