Die Nashörner

übersetzt von Claus Bremer und Hans Rudolf Stauffacher
von Eugène Ionesco

OH! EIN NAS! Nas was? Nas Horn. Nas wo? Nas Oh! Ein WAS?! Ein Nas! Nas Was? NASHORN! Mitten auf dem Marktplatz, am helllichten Tag. Nicht zu fassen! Da sind sich alle einig. Alle, außer Behringer: Es ist eben ein Nashorn, na und? Doch mit der Zeit tauchen immer mehr Rhinozerosse auf. Mit ihnen wächst Angst und Verunsicherung: Handelt es sich bei der Meldung um die Nashörner um Falschinformationen? Wer hat sie wirklich gesehen? Hat die Presse hier aus einer Mücke… ein Nashorn gemacht? Und sind die treuherzigen Dickhäuter wirklich so grausam wie vermutet? Fasziniert von deren Kraft und Einfachheit verwandeln sich Behringers Mitmenschen nach und nach selbst in Nashörner. Der anfängliche Unmut über das wachsende Nashornaufkommen weicht einem allumfassenden Hype. Es gibt viele gute Gründe, ein Nashorn zu werden – und vielleicht könnte man sich den Tieren etwas annähern, wenn man erst lernt, sich in ihre Denkweise hineinzuversetzen.

Der Individualist Behringer steht einer Masse gegenüber, die ihre Konformität perfektioniert hat. Je optimierter die Verbreitung vorgefasster Meinungen von statten geht, umso stärker trotzt Behringer der verschmelzenden Masse und verharrt im Widerstand: Er wird Mensch bleiben, koste es, was es wolle! Anna Marboe jagt die Mittel des Theaters durch verlockende Mainstream-Maschinerien und zieht für die Frage nach Manipulation und der Verführung durch Gruppen alle Register des Absurden Theaters. In einer Zeit, in der alles aus den Fugen gerät, ist es schließlich einfach ein gutes Gefühl, zu den Guten zu gehören.

1 Stunde 45 Minuten, keine Pause
Premiere am
Fr 01 Mai 2026
20:30 Uhr Bühne 1
Sa 02 Mai 2026
19:30 Uhr Bühne 1
Im Anschluss: Publikumsgespräch im Zelt im Innenhof
Münchner Volkstheater
Regie Anna Marboe
Bühne und Kostüme Helene Payrhuber, Sophia Profanter
Lichtdesign Anton Burgstaller
Choreografie Felicia Nilsson
Dramaturgie Hannah Mey
Chorsätze und musikalische Mitarbeit Vincent Sauer

Besetzung

Behringer Maximiliane Hass
Hans / Herr Ochs Nils Karsten
Der Logiker / Frau Ochs Carolin Hartmann
Der ältere Herr / Herr Schmetterling Jonathan Müller
Daisy Steffen Link
Stech / Das Treiben am Marktplatz Lorenz Hochhuth
Wisser / Die Hausfrau Pauline Fusban
Pressestimmen

"Was hier verführt, ist Tanz, ist Freude, ist Musik, ist der Oberflächenglanz aus TikTok, Instagram und Co. Spürbar zermalmend ist es erst dann, wenn für das Individuelle kein Raum mehr da ist. Ist dieser Punkt erreicht, ist es allerdings zu spät." - Süddeutsche Zeitung

Trailer

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Hinweis zur Inszenierung

Es kommt zum Einsatz von Stroboskoplicht.