Die Räuber

von Sofie Boiten und Lorenz Nolting frei nach Friedrich Schiller

Was hat Schiller da mit 19 Jahren zusammengekleckst? Ein alter Graf enterbt seinen Sohn Karl wegen einem fingierten Brief seines anderen, ungeliebten, hässlichen Sohnes Franz. Karl, anstatt mit dem Vater zu reden, bricht mit seiner Familie, stürmt in die Wälder und gründet eine Räuberbande – warum auch nicht? Franz wird zum Despoten, Karl zum gewalttätigen Terroristen. Dazwischen Karls Verlobte Amalia, der natürlich die Care-Arbeit für den alten Grafen zufällt, und die nur hoffen kann, einen vergleichsweise weniger gewaltvollen Mann abzubekommen. Was soll das alles?

Zur Uraufführung der Räuber schrieb ein Augenzeuge: "Das Theater glich einem Irrenhaus, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme – eine allgemeine Auflösung wie ein Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht." Dieser stürmisch-drängende Gestus steckt in jedem Wort dieser Figuren, in jeder Seite dieser Geschichte, und sei sie noch so konstruiert. Diese chaotische Energie ist es, was das Team Lorenz Nolting und Sofie Boiten zu Schillers Drama zieht: eine Jugend, die in ihrer Rebellion unberechenbar um sich schlägt; Figuren, die unablässig vom Kleinen ins Große, aus ihrer familiären Situation hinaus ins politische Handeln schnellen – eine wütende und wirbelnde Befragung unserer aktuellen Protestbewegungen, dem tiefen ideologischen Graben zwischen den Generationen und der Sehnsucht nach radikaler Freiheit.

Premiere am
Premiere Mi 16 Dez 2026
20:00 Uhr Bühne 2
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Künstlerische Mitarbeit Sofie Boiten