DIE GEIERWALLY

nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern, für die Bühne bearbeitet von Julia Prechsl

Walburga Stromminger ist schon früh für das bekannt, was sich nicht einmal die gleichaltrigen Jungs trauen. Vor aller Augen nimmt sie an einer Felswand ein Geiernest aus und wird so, ganz zum Stolz ihres Vaters, zum stärksten Mädchen weit und breit. Und mit dem Geier, der ihr fortan nicht mehr von der Seite weicht, bekommt sie auch ihren Spitznamen: Geierwally.

Jahre später – aus dem furchtlosen Mädchen ist längst eine junge Frau geworden – entscheidet ihr Vater nun, wen sie heiraten soll: den Gellner-Vinzenz vom reichen Nachbarshof. Doch Wally, die sich ohnehin bereits in den Bärenjoseph verguckt hat, denkt gar nicht daran, sich dem Willen ihres Vaters zu beugen. Sie will selbst entscheiden, wie und vor allem mit wem sie ihr Leben verbringt. Diese Weigerung hat schwere Folgen: Ihr Vater verbannt sie und schickt sie weit weg auf eine Hochalm. Doch auch dort lässt Wally sich nicht brechen. In den Bergen, auf sich allein gestellt, nur mit dem Geier an ihrer Seite, wächst sie über sich hinaus, wird autonomer denn je. Als sie in ihre Heimat zurückkehrt, muss sie erkennen, dass es keinen Platz mehr für sie gibt. Denn dort werden weder Abweichung noch Ungehorsam geduldet.

Wilhelmine von Hillerns vielfach adaptierter Erfolgsroman erzählt von radikaler Selbstbestimmung, von sozialer Gewalt und von einer Frau, die sich um keinen Preis besitzen lassen will. Die Regisseurin Julia Prechsl, bekannt für ihre modernen Lesarten volkstümlicher Erzählungen, bearbeitet den Stoff für die Bühne und legt frei, was an dieser widerspenstigen Heldin bis heute unbequem und exemplarisch bleibt.

1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Premiere am
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Komposition und Live-Musik Fiete Wachholtz
Lichtdesign Anton Burgstaller
Dramaturgie Anouk Kesou
Regieassistenz Rebecca Maria Fischer, Josephine Hacke
Bühnenbildassistenz Felix Lindner
Kostümassistenz Maja Beyer

Besetzung

Der Geier Chris-Pascal Englund Braun
Dorfgesellschaft / Berggeist / Der Bärenjoseph Max Poerting
Dorfgesellschaft / Berggeist / Der Stromminger Jonathan Müller
Dorfgesellschaft / Berggeist / Die Luckard / Der Kurat Maximiliane Haß
Dorfgesellschaft / Berggeist / Der Vinzenz Ruth Bohsung
Dorfgesellschaft / Berggeist / Bruder Klotz Jawad Rajpoot
Dorfgesellschaft / Berggeist / Bruder Klotz Lorenz Hochhuth
Dorfgesellschaft / Berggeist / Afra Nora C. Schulte
Pressestimmen

"Wally in der Verkörperung von Marlene Markt [ist] ein magisches Wesen, zart und schroff zugleich, das in den intensivsten Momenten tief von innen heraus zu leuchten scheint und laut schreit und um sich schlägt, wenn seine Freiheit in Gefahr ist." – nachtkritik.de

"Genießen wir Licht, Luft – und eine Plastikplane. Kaum mehr benötigt Jelena Nagorni, um Berge und eisige Gipfel auf die Bühne zu bringen. Es entstehen dabei fantastische Bilder. [...] Über all dem schwebt Fiete Wachholtz in seiner Kanzel mit Schlagwerk und allerlei Elektronik: Der Sound aus diesem Geiernest treibt die Handlung unerbittlich voran." – Münchner Merkur

Auf dem Blog

Hinweise zur Inszenierung

  • Einsatz von Stroboskoplicht
  • Teilweise sehr laute Musik
  • Schussgeräusche
  • Darstellung von körperlicher und verbaler Gewalt