SOMMERPAUSE
Wir machen uns bereit für die neue Spielzeit!
Ab dem 7. September ist die Tageskasse wieder zu den regulären Öffnungszeiten geöffnet.
Der Kartenkauf über unseren Webshop ist jederzeit möglich.
Walburga Stromminger ist schon früh für das bekannt, was sich nicht einmal die gleichaltrigen Jungs trauen. Vor aller Augen nimmt sie an einer Felswand ein Geiernest aus und wird so, ganz zum Stolz ihres Vaters, zum stärksten Mädchen weit und breit. Und mit dem Geier, der ihr fortan nicht mehr von der Seite weicht, bekommt sie auch ihren Spitznamen: Geierwally.
Jahre später – aus dem furchtlosen Mädchen ist längst eine junge Frau geworden – entscheidet ihr Vater nun, wen sie heiraten soll: den Gellner-Vinzenz vom reichen Nachbarshof. Doch Wally, die sich ohnehin bereits in den Bärenjoseph verguckt hat, denkt gar nicht daran, sich dem Willen ihres Vaters zu beugen. Sie will selbst entscheiden, wie und vor allem mit wem sie ihr Leben verbringt. Diese Weigerung hat schwere Folgen: Ihr Vater verbannt sie und schickt sie weit weg auf eine Hochalm. Doch auch dort lässt Wally sich nicht brechen. In den Bergen, auf sich allein gestellt, nur mit dem Geier an ihrer Seite, wächst sie über sich hinaus, wird autonomer denn je. Als sie in ihre Heimat zurückkehrt, muss sie erkennen, dass es keinen Platz mehr für sie gibt. Denn dort werden weder Abweichung noch Ungehorsam geduldet.
Wilhelmine von Hillerns vielfach adaptierter Erfolgsroman erzählt von radikaler Selbstbestimmung, von sozialer Gewalt und von einer Frau, die sich um keinen Preis besitzen lassen will. Die Regisseurin Julia Prechsl, bekannt für ihre modernen Lesarten volkstümlicher Erzählungen, bearbeitet den Stoff für die Bühne und legt frei, was an dieser widerspenstigen Heldin bis heute unbequem und exemplarisch bleibt.