Von dort schwebt nun, vom leisen Schnurren der Seilzüge begleitet, die Leinwand für den ersten Aufzug herab. Regisseur Christian Stückl gibt mit ruhiger Stimme knappe, letzte Anweisungen, bevor er mit einem energischen "Bitte alles auf Anfang!" die Bühne verlässt und im Parkett Platz nimmt. Das Licht geht aus und der erste komplette Stückdurchlauf überhaupt auf der großen Bühne beginnt.
Anfangs scheint die ungewohnte Umgebung für leichte Befangenheit zu sorgen, die jedoch rasch verfliegt. Nach den ersten Schritten auf der sich beständig drehenden Bühne scheint alle Anspannung von selbst abzufallen. Die Bewegungen werden immer sicherer, die Stimmen voluminöser, kraftvolle Energie macht sich breit: Endlich steht das Ensemble dort, wo es so lange hinwollte. Die Freude am Spiel breitet sich wellenartig aus, bis zum letzten Platz im Zuschauerraum.
Bald wird von dort ein erwartungsvolles Premierenpublikum gebannt auf die Bühne blicken. Es endlich im neuen Volkstheater zu begrüßen, bedeutet für alle hier so viel mehr als nur gemeinsam Premiere feiern. Es bedeutet: Alles auf neu.