Die Klassiker der Theaterliteratur interessieren Hafner gegenwärtig kaum mehr, Kollektive scheinen für ihn auch das richtige Umfeld für spartenübergreifende Projekte zu bieten. Der Regisseur gehört etwa auch dem Wiener Franz Pop Collective an, das mit Popmusik an verschiedenen Erzählformaten arbeitet. Unterschiedliche Ebenen zusammenbringen und schauen, ob daraus vielleicht neue Formen entstehen können, das Theater öffnen, seine Grenzen ausreizen: Darin liege eines seiner zentralen Interessen, sagt der erklärte Teamplayer, der im Gespräch zurückhaltende Besonnenheit ausstrahlt. Und der in den letzten Jahren auch mit einer Reihe von Romanbearbeitungen von sich reden machte, darunter Fjodor Dostojewskis "Die Dämonen" und "Herkunft" von Sasa Stanišić‘ am Münchner Volkstheater. Fasziniert habe ihn daran, dass man eine riesige literarische Welt vor sich habe, aus der man schöpfen und aus dem Material heraus eine eigene Vision entwickeln könne.
Rückblickend bezeichnet Hafner Inszenierungen wie diese auch als "ersten Schritt" in Richtung partizipatives Arbeiten, weil das Erarbeiten einer Bühnen-Adaption im engen Austausch mit dem Ensemble, manchmal auch mit dem Autor passiere. "Man hat sehr viel Material, das es nie reinschafft, das aber trotzdem da ist und an dem man mit den Schauspieler*innen arbeiten kann."