Die Choreografie von Lillian Joachim nimmt das Publikum bei der Hand und führt es mitten hinein in eine Phantasie – in ein buntes Lodern, ein Brennen. Die Energie, mit der die Darsteller*innen sich bewegen, macht einfach Spaß. Und Spaß ist es auch, was diesen Abend antreibt. Im Sprung zwischen energiegeladenen Choreografien und einer eigenwilligen Form des Erzählens schafft es "PANDORA'S HEART", die Zuschauer*innen für die Sache zu begeistern. Nicht für eine verschlüsselte Botschaft, komplizierte Referenzen oder einen moralischen Appell, sondern für die Zeit, die wir in dieser Inszenierung verbringen – die Freude am Tanz, an den Kostümen und der Musik.
Wir schauen Sandy dabei zu, wie sie sich unsterblich in Pandora verliebt. "Kannst du mich mitnehmen", fragt Sandy Pandora. "Nein, aber ich kann dich davon abhalten, aufzuwachen", antwortet they. Die schwanenähnliche Gestalt mit langen schwarzen Krallen nimmt die Bühne ein: rotes Licht, Funkeln, laute Musik. Sandys Bewunderung kehrt sich in Obsession. Sie möchte Pandora sein. Der große rote Mund erklärt: Wer Pandora sein will, muss Pandora töten. Aber: One can only kill the living. Also: Sandy muss they dazu bringen, sich in sie zu verlieben, damit Pandoras Herz zu schlagen anfängt. Die Verführung zeigt Wirkung. Bum. Bum. Bum.