Denkst du, das Stück hat dazu beigetragen, das Bewusstsein für Umweltthemen zu schärfen und auch Veränderungen anzustoßen?
Das hoffe ich sehr. Wir wollten die Geschichte erzählen, ohne dass es zu einem Vortrag wird. Es gibt sehr unterschiedliche Sichtweisen auf dieses Thema, denn für viele Menschen birgt der Bergbau viel Faszination. Es ist eine Kunst, das Gestein Schicht für Schicht abzubauen und schließlich wieder so wie vorher aufeinanderzusetzen. Auf der anderen Seite ist es aber auch ein brutaler Eingriff in unsere Umwelt. Wir wollten alle Sichtweisen verstehen und in das Stück einbauen, gleichzeitig aber eine deutliche Haltung einnehmen. Die Inszenierung und der gleichzeitig von CORRECTIV veröffentlichte Artikel haben einen großen gesellschaftlichen Diskurs mit sich gebracht. Nach jeder Vorstellung gibt es ein Gespräch, die Besucher*innen können von ihren eigenen Erfahrungen mit der Kohleindustrie, der Politik und der Wasserwirtschaft in der Region berichten und so mit anderen in den Diskurs kommen.
Was hat sich seit der Premiere des Stückes in Cottbus verändert?
Wir waren nur ein winziger, weiterer Baustein neben der Arbeit, die ganz viele großartige Aktivist*innen schon seit Jahren in der Region leisten. Ich habe das Gefühl, durch diese Arbeit und unser Stück ist vielleicht der Ernst der Lage ein wenig sichtbarer geworden. Aus vielen Gründen wird heute mehr über die Zukunft des Wassers in der Lausitz diskutiert, auch auf politischer Ebene. Es wurden Missstände aufgedeckt, und ich habe die Hoffnung, dass durch dieses Projekt die Lobby-Arbeit dieser Konzerne etwas erschwert wurde. Die Menschen sind informierter und können durch dieses Wissen die Erzählungen aus Wirtschaft, Lobby und Politik kritischer hinterfragen.