Der* 1994 in Duisburg geborene Künstler*, der zunächst an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat, ist vor allem geprägt durch seine choreografische Ausbildungszeit an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam. Die Zeit dort habe ihn* gelehrt, "was es heißt, Körper, Raum und Zeit zu choreographieren". Vor allem bot sie ihm* "einen Freiraum auf der Bühne, den ich so nicht kannte. Zudem ist der Diskurs dort viel progressiver. Wir hatten Lehrer*innen wie Ishamel Housten Jones, Mariama Smith …".
Entwickelt hat caner teker an der SNDO eine Bewegungssprache, die performative Radikalität mit persönlichem Erleben rückzukoppeln versteht. Was auch für „Karadeniz“ gilt, übersetzt "schwarzes Meer", "kara" für schwarz, "deniz" für Meer. "Es ist die Region um die Schwarzmeerküste der Türkei und auch darüber hinaus, die eine Zugehörigkeit der Menschen beschreibt", so teker. "Dort habe ich meine ersten Hochzeiten erlebt". Nach "Kırkpınar" wollte er weitere autobiografische Momente erkunden – wie jenen, "eigentlich nach einer Hochzeit, in den Bergen, wo wir Halt machten, aus dem Auto sprangen, Kemenҫe gespielt worden ist" – eine türkische Kastenhalslaute – "und wir die Nacht lang durchtanzten".
Die Ökonomien dieser Hochzeiten, beschreibt teker, seien mit denen einer Türkei-stämmigen Community in Deutschland nicht vergleichbar. "In Hochzeitssalons, extra für diese Anlässe gemietet, wurde versucht, ein Stückchen Geschichte und kulturelle Referenz zurückzubringen. Eine Art Heterotopia". Hier habe er* erlebt, wie der Versuch, Rituale nur wiederzubeleben, scheitern könne. "Diese Hochzeitssäle befriedigen niemals den Wunsch nach 'Heimat'".