Neubau Volkstheater
Das Baureferat zeigt im Münchner Volkstheater das Ergebnis des Vergabeverfahrens zum Neubau des Münchner Volkstheaters auf dem ehemaligen Viehhofgelände in München

Das Baureferat zeigt im Münchner Volkstheater und im Technischen Rathaus das Ergebnis des Wettbewerbs zum Neubau des Münchner Volkstheaters.

Münchner Volkstheater, Foyer, Brienner Straße 50 (U-Bahn Stiglmaierplatz)
Ausstellung vom 26. Januar bis 15. Februar; Mo bis Fr: 11 bis 18 Uhr, Sa: 11 bis 14 Uhr

Technisches Rathaus, Foyer, Friedenstraße 40 (S/U-Bahn Ostbahnhof)
Ausstellung vom 19. Februar bis 2. März; Mo bis Do: 8 bis 19.30 Uhr, Fr: 8 bis 16.30 Uhr

Das neue Volkstheater: Ausstellung wird eröffnet

Rathaus Umschau 16 / 2018, veröffentlicht am 23.01.2018

Der Generalübernehmer für das komplexe Neubauprojekt des neuen Volkstheates auf dem ehemaligen Viehhofgelände steht mit einstimmigem Ergebnis der Jury vom Oktober 2017 und nahezu einstimmigem Stadtratsbeschluss vom 13. Dezember 2017 fest. Noch im Dezember erfolgte der Vertragsabschluss mit der Firma Georg Reisch GmbH & Co. KG aus dem schwäbischen Bad Saulgau.

Verfahren

Der Generalübernehmer (GÜ) wurde im Rahmen eines mehrstufigen, EU-weiten Vergabeverfahrens ausgewählt. In das Vergabeverfahren war ein Wettbewerb um die beste städtebauliche, architektonische und technische Lösung integriert. Der GÜ hat sich verpflichtet, das Theater zu planen, zu realisieren und schlüsselfertig zum festgelegten Zeitpunkt sowie zum vereinbarten Festpreis zu übergeben. Er trägt dabei auch die üblichen Risiken. Mit Grundsatzbeschluss vom Dezember 2015 hatte der Stadtrat festgelegt, dass ein Generalübernehmer das Projekt realisieren soll. Daraufhin erstellte das Kulturreferat zusammen mit dem Münchner Volkstheater und dem Kommunalreferat das Nutzerbedarfsprogramm und das Baureferat entwickelte auf dieser Basis die nahezu 1.000 Seiten umfassende funktionale Leistungsbeschreibung. Die Vollversammlung des Stadtrates beauftragte im Juni 2016 das Baureferat, das GÜ-Vergabeverfahren auf Basis der vorgelegten Leistungsbeschreibung durchzuführen.

Nach Ausschreibung eines europaweiten Teilnahmewettbewerbs wurden fünf Bewerbergemeinschaften ausgewählt, die ihre wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit sowie erfolgreich durchgeführte Referenzprojekte in herausragender Weise nachweisen konnten. Darauf folgten zwei Angebotsphasen der Bietergemeinschaften mit jeweils einer Jurysitzung im Februar beziehungsweise Oktober 2017.

Entscheidung der Jury

Der „Gesamtpreis für Planung und Bau“ wurde mit 50 Prozent gewichtet. Die Jury bewertete den Bereich „Städtebauliche und Architektonische Qualität“ (27 Prozent), mit den drei Unterkriterien „Städtebauliche Einfügung in die Umgebung“, „Architektonische Qualität der Fassaden und Umgang mit Bestandsgebäuden“ sowie „Innenräumliche Qualität und Aufenthaltsqualität“. Im Bereich „Funktionale und Technische Qualität“ (23 Prozent) wurden die Angebote hinsichtlich „Funktionalität Theaterkonzept, Erschließung und betriebliche Organisation“ sowie „Baukonstruktionen/ Außenanlagen, Technische Anlagen und Bühnentechnik“ bewertet. Als Sieger ging das Angebot der Frma Georg Reisch GmbH & Co. KG, Bad Saulgau mit den Projektpartnern – LRO Lederer Ragnarsdóttier Oei GmbH & Co. KG, Stuttgart (Architekten) – itv Ingenieurgesellschaft für Theater- und Veranstaltungstechnik mbH, Berlin (Theater- und Bühnenplanung) und – Wolfgang Sorge Ing. Büro für Bauphysik GmbH & Co. KG, Nürnberg (Bau- und Raumakustik) aus dem Wettbewerb hervor:

Nach Meinung der Jury besticht der Entwurf durch seine städtebauliche Grunddisposition und bindet den umfangreichen Theaterkomplex in den Stadtraum sehr gut ein. Die großzügige und markante Öffnung des Bau- komplexes mit einem Torbogen als Theatereingang in Richtung Tumblin- gerstraße und Zenettiplatz lädt die Besucher ein und setzt ein deutliches Zeichen.

Ein in den Innenhof hineingeschobener Baukörper für den Eingangs- und Kassenbereich schafft eine sinnvolle Separierung der Hofbereiche in einen Empfangsbereich für die Theaterbesucher und einen dahinterliegenden Biergartenbereich. Die denkmalgeschützten Bestandsgebäude werden ganz selbstverständlich einbezogen.

Das Foyer bietet dem Besucher eine gute Orientierung und ermöglicht differenzierte Nutzungsmöglichkeiten für den Theaterbetrieb. Es ist ein gemäß dem vorgegebenen Theaterkonzept ansprechender, heller Raum, geprägt durch eine großzügige, geschwungene Treppe im Zentrum. Die Gastronomie kann auch gut, wie gewünscht, unabhängig vom Theater betrieben werden. Für die Anlieferung der Werkstätten wird ein teilweise überdachter Lieferhof angeboten, von dem aus die Werkstattbereiche unmittelbar erreichbar sind. Die Anlieferung ist somit funktional einwand- frei gelöst. Die vorgesehenen technischen Qualitäten überzeugen in allen Bereichen. Eine kompakte Bauweise mit sowohl geringem beheizten Volumen als auch geringem Fensterflächenanteil erzeugt eine sehr gute energetische Bilanz. Die Funktionalität des Theaters wird in jeder Hinsicht gewährleistet.

Ausblick und Ausstellung

Auf dem ehemaligen Viehhofgelände hat das Baureferat bereits Anfang Januar wie geplant mit dem Abriss der alten Stallungen und der Freimachung des Baufeldes begonnen. Die weitere Terminplanung geht von folgenden Meilensteinen aus: Übergabe des Geländes an den GÜ im Juni 2018; Baufertigstellung im März 2021; Übergabe an den Nutzer im Mai 2021 Alle vier Beiträge werden im Münchner Volkstheater, Brienner Straße 50, vom 25. Januar bis 15. Februar gezeigt. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 14 Uhr. Danach zeigt das Baureferat die Ausstellung vom 19. Februar bis 2. März in der Halle des Technisches Rathaus an der Friedenstraße 40; Öffnungszeiten dort: Montag bis Donnerstag 8 bis 19.30 Uhr, Freitag 8 bis 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Informationen zum Vergabeverfahren mit integriertem Wettbewerb um die beste städtebauliche, architektonische und technische Lösung sowie Visualisierungen und Pläne stehen ab 25. Januar im Internet unter www.muenchen.de/baureferat zur Verfügung.