Arbeit und Struktur

26. August 2013: Der Autor Wolfgang Herrndorf nimmt sich am Ufer des Plötzensees in Berlin das Leben. Drei Jahre zuvor wurde bei ihm ein unheilbarer Hirntumor diagnostiziert. Was ihm in seinem letzten Lebensabschnitt vor allem hilft, sind Arbeit und Struktur und so beginnt er, seine Erfahrungen online zu dokumentieren. Der gleichnamige Blog ist anfänglich nur für seine Bekannten bestimmt, wird bald jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Einträge verweigern sich jeglicher Sentimentalität und sind dennoch emotional; sie sind schonungslos ehrlich und trocken selbstironisch. Herrndorf berichtet von alltäglichen Situationen und Gedanken, die vor dem Hintergrund der ablaufenden Zeit zu einer existentiellen Auseinandersetzung mit dem Leben werden. Gleichzeitig legt der Text Zeugnis über den Sprachverfall und die zunehmende Orientierungslosigkeit Herrndorfs ab, einem Kontrollverlust, dem der Autor vorgreifen will, sodass neben dem Laptop bald eine Waffe liegt: "Ich muss wissen, dass ich Herr im eigenen Haus bin."

Neben dem Blog verfasst Wolfgang Herrndorf in dieser Zeit mit den Romanen "Tschick" und "Sand" seine bekanntesten Werke, sowie das Fragment "Bilder deiner großen Liebe", das posthum erscheint. Der Regisseur Max Lindemann lässt nun in seiner Bühnenadaption die Figur Wolfgang sowohl auf einige Romanfiguren als auch auf sich selbst treffen. Es entsteht ein radikal ehrliches und unbeschwertes Gespräch, in dem es um nicht weniger geht, als was das Leben eigentlich ausmacht.

Premiere am
Premiere Do 03 Jun 2027
19:30 Uhr Bühne 1
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Kostüme Cedric Mpaka