Fischer Fritz

Nach einem Schlaganfall ist es mit dem Fischen endgültig vorbei für den alten Fischer Fritz. Aber aus dem Haus am Fluss auszuziehen, in dem bereits sein Vater und sein Großvater dem Familiengewerbe nachgingen, kommt für den Witwer nicht in Frage. Franz, sein einziger Sohn, ist ihm leider keine große Hilfe, hat er doch der Provinz den Rücken gekehrt, um einen Friseursalon in München zu eröffnen. Er will weder die Fischerei weiterführen noch den Vater pflegen. Da sich Fritz gegen einen Umzug ins Pflegeheim sträubt, wird mit Piotra eine polnische Pflegekraft engagiert, die ins bayerische Hinterland zieht, um die Versorgung des ehemaligen Fischers zu übernehmen. Sechs Tage die Woche rund um die Uhr kümmert sie sich um den alten mürrischen Mann. Neben dem Musikhören besteht Piotras einzige Möglichkeit der engen Welt zu entkommen, im Chatten mit Borys, dem Busfahrer, der sie hergebracht hat und eventuell auch wieder abholen wird. Die anfängliche Distanz zwischen Piotra und Fritz, die vor allem auf Verständigungsschwierigkeiten beruht, löst sich mit der Zeit allerdings auf, weil Piotra genau weiß, wie man frischen Fisch für Fischer Fritz zubereitet. 

Die Münchner Autorin Raphaela Bardutzky lässt ihre Figuren auf unbeschwerte Weise äußere Zuschreibungen ablegen und die Perspektive des Gegenübers oder gar einer Erzählinstanz einnehmen. Mit großer Empathie hinterfragt dieses zungenbrecherische Sprachspiel dabei unsere Vorstellungen von Heimat, Alter und Fremdheit.

1 Stunde 10 Minuten, keine Pause
Premiere am
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Bühne und Kostüme Sarah Elena Kratzl
Lichtdesign Fiona Schneck
Dramaturgie Nicholas Zöckler
Regieassistenz Rebecca Fischer, Camilo Störmann
Ausstattungsassistenz Jessica Puentes
Pressestimmen

"[Asena Yeşim Lappas] gelingt eine so hinreißende, angeraut poetische Mischung aus dadaistisch-absurdem Sprachgeknatter und Wohnküchenrealismus, dass man ständig zwischen Lachen und Weinen zappelt. [...] Ein kleines Meisterstück." - Münchner Merkur

"Frischer Wind weht über die kleine Experimentierbühne, auf der sich liebevolle Details mit Spielfreude und Witz paaren. […] So wird 'Fischers Fritz' am Ende eine lustige, manchmal überdrehte Miniatur über die Zuneigung. Sie entfaltet sich wider alle Tragik. Eine kleine, leuchtende Utopie im dunklen Meer, das Pflegebedürftige und Pflegende oft umschließt." - Süddeutsche Zeitung

"Die Rhythmuswechsel machen die siebzigminütige Aufführung kurzweilig. Asena Yeşim Lappas gibt ihrem Schauspieltrio Raum zum Spiel, bringt einen Traum des Fischers, der mehr als nur ein Traum ist, surreal-heiter und gleichzeitig betörend schön auf die Bühne." - Abendzeitung

Trailer

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