Wie ist das für dich, einen Text dann loszulassen?
Das fällt mir nicht immer leicht. Aber wenn ich losgelassen habe, vergesse ich voll, dass es mein Stück ist. "Fischer Fritz" – das habe ich neunmal in unterschiedlichen Inszenierungen gesehen, das gehört anderen Spieler*innen und Regisseur*innen längst genauso, das betrachte ich nicht mehr als meinen Besitz. Außerdem sind die Figuren in meinem Kopf so real und leben ihr eigenes Leben, dass ich mich gar nicht mehr als deren Erschafferin verstehe. Und dann kommen die Leute und sagen: "Das ist ein gutes Stück." Und dann sage ich: "Das finde ich auch." Weil ich völlig vergessen hab, dass es in irgendeiner Hinsicht was mit mir zu tun hat und ich mich bedanken muss.
Wie Kinder, die irgendwann ihren eigenen Beruf haben.
Ja, genau so ist es. Das sind Kinder, die sind groß geworden. Und dann fährt man manchmal in eine andere Stadt, um nachzuschauen, wie es ihnen so geht.
"Fischer Fritz" von Raphaela Bardutzky in Regie von Asena Yeşim Lappas ist ab dem 29. Januar 2026 auf Bühne 3 des Münchner Volkstheaters zu sehen.