Gym

nach dem Roman von Verena Keßler

Im MEGA Gym Fitnessstudio zählt, was der Körper verspricht. Geschäftsführer Ferhat stellt deshalb eigentlich auch nur Menschen ein, denen man den Fitnesslifestyle auch wirklich ansieht. Und so rutscht es der namenlosen Protagonistin beim Vorstellungsgespräch heraus: "Ich habe gerade erst entbunden." Eine spontane Notlüge – und eine hervorragende Erklärung dafür, warum ihr Körper in diesem Umfeld falsch zu sein scheint. Es klappt: Ferhat stellt sie ein, schließlich sei er bekennender Feminist.
Was zunächst als Hochstapelei beginnt, wird bald zu einem eisernen Trainingsprogramm. Sie entwickelt sich zum Vorbild im Studio: eine alleinerziehende Mutter im Kampf gegen den vermeintlichen "Post-Pregnancy-Body". Als die Bodybuilderin Vick dort auftaucht, hat die Protagonistin bald nur noch ein Ziel: ihr nachzueifern. Sie gerät in einen obsessiven Sog aus Eiweiß-Tracking und Muskelaufbau, bis klar wird, dass das erfundene Baby bei Weitem nicht ihr einziges Geheimnis ist.

Mit viel Humor seziert die Autorin Verena Keßler in ihrem Roman die Welt der Proteinshakes, Beinpressen und Empowerment-Rhetorik und führt ganz nebenbei das neoliberale Versprechen der Selbstoptimierung ad absurdum. Regisseur*in Merle Zurawski holt das MEGA Gym auf die Bühne und spürt den Sehnsüchten und Obsessionen dieser getriebenen Hauptfigur nach, deren Drang zur Selbsterschaffung bald nicht mehr von Selbstzerstörung zu unterscheiden ist.

Premiere am
Premiere Do 08 Apr 2027
20:00 Uhr Bühne 3
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