"We are in the Army Now" beginnt mit einem song (hi hats, bluesig-lässige keyboardsounds) von Gary Salomon, zu dem Jeo Pakitsas sich ziemlich lasziv in high heels auf der bühne räkelt – und mit den worten: "clean, sterilize, disinfect. nobody is gonna leave this house straight. (…) no gods, no monsters, let`s show them how it`s fucking done." dann knutschen Gary und Jeo ein bisschen rum, während sie provokant in die kamera (ich habe nur ein video des stücks gesehen) kucken. dann gibt es einen von vielen ziemlich heftigen brüchen, und Styliana Ioannaou rappt "whores in this house, theres some whores in this house", ein song von Cardi B.
über diese ersten minuten des abends könnte man jetzt schon ziemlich viel schreiben, und mir ist klar, dass ich diesem abend nicht wirklich gerecht werden kann, wenn ich mich jetzt nur auf die ersten worte fokussiere und den rest weglasse. ich mach das aber jetzt trotzdem, please forgive me, Styliana Ioannaou, Jeo Pakitsas, Sofia Priovolou, Gary Salomon, Elias Adam.
und vielleicht ist es ja auch manchmal so, dass in den ersten worten, die auf einer bühne gesprochen werden, auch schon immer alles das, was man über einen abend wissen muss, verborgen liegt? und, obwohl ich nicht glaube, dass man kunst zwingend entschlüsseln muss oder zwingend entschlüsseln sollte, erscheinen mir diese ersten worte wie ein werkzeug, um diesen abend für mich auf einer ebene zu begreifen, die sich mir vielleicht anders nicht direkt erschliessen würde.
"clean, sterilize, disinfect" also.
putzen, sterilisieren, desinfizieren. mir ist schon klar: gemeint ist hier, dass das theater von heteros "gereinigt" werden soll, dass hier vielleicht eine art "saver space" etabliert werden soll für queers, für homos, für sexpositive frauen. for fags und sluts like us. aber ich glaube, in diesen worten liegt noch etwas anderes.