Interview: Luise Otto
"Männerphantasien" basiert auf einem Buch. Wie kommt es, dass du einen Text, der vor über vierzig Jahre verfasst wurde, nimmst und einen Theaterabend daraus machen möchtest?
Theresa Thomasberger: Es ist ja nicht nur ein Buch, es ist ein theoretischer Text von 1300 Seiten. Ich war sehr überrascht von der Aktualität der Analyse, die Klaus Theweleit vorgenommen hat. Es geht um Männlichkeit und Faschismus und darum, was diese beiden Dinge miteinander zu tun haben. Mit vielen Erweiterungen, Ergänzungen und Anpassungen ist der Text auch für den heutigen Status quo sehr wertvoll. Trotzdem ist es auch ein absurdes Projekt. Ich werde oft darauf angesprochen, was die Analysen von einem älteren Herren mit meiner Arbeit zu tun haben.
Wie hast du diesen Text näher zu dir geholt?
Wir haben drei zeitgenössische Autorinnen gebeten, Positionen zu diesen Themen zu verfassen. Svenja Viola Bungarten, Ivana Sokola und Gerhild Steinbuch haben jeweils einen szenischen Text hinzugefügt. Das heißt, es gibt jetzt drei szenische Texte und eine Montage von Texten aus dem Buch von Klaus Theweleit.