"Goodbye, Lindita" ist also so etwas wie das Porträt eines Abschieds. Was hat dich dazu bewegt, das Theater als einen Ort der Trauer zu nutzen? Inwiefern hat dich das Theater in deinem Prozess des Abschieds begleitet?
In meinem Verständnis haben Theater und Kunst mit dem Leben selbst zu tun – und mit nichts anderem. Für mich ist das Theater keine Lösung, sondern eine Medizin für unsere Gefühle und eine Möglichkeit, mit ihnen zu arbeiten. Als ich darüber nachdachte, was ich im Nationaltheater von Griechenland inszenieren könnte, begann ich über Shakespeare und Tschechow nachzudenken. Ich hatte immer diese Schauspielschule im Kopf: die Dinge, die man tun muss, und die Dinge, die man wissen muss. Und dann sagte ich zu mir selbst: Nein, ich will das nicht. Ich will meinen eigenen Weg gehen. Also fragte ich mich: Worüber denke ich jeden Tag nach? Ich denke an meinen Vater, meine Mutter, und daran, dass sie nicht mehr leben. Ich denke an ihre Körper und an ihre Beerdigungen. Ich habe immer diese Bilder in meinem Kopf, und sie sind so stark. Also will ich darüber sprechen. Ich werde nicht allein in meinem Haus weinen, sondern ich werde ins Theater gehen und in der Öffentlichkeit weinen. Es war ein beeindruckender Moment, als nach einer Aufführung eine Mutter zu mir kam. Sie sagte: "Ich habe vor einem Jahr meinen Sohn verloren, und dieses Stück hat mir ein wenig Last von den Schultern genommen." So etwas von einer Person zu hören, die trauert, ließ mich realisieren, dass ich mit diesem Stück etwas Gutes gemacht habe.