Was regt euch an Theater, wie es gerade gemacht wird, auf? Was würdet ihr ändern?
Anna: Ich finde, für die Zugänglichkeit ist es wichtig, sich neue Geschichten und Charaktere auszudenken, nicht nur Romane zu adaptieren. Und es sollte mehr narrative queere Geschichten geben, die nicht versuchen, dem Publikum in einem politischen Diskurs moralisierend etwas beizubringen.
Friederike: In der Musiktheater-Welt fehlt der Raum, mit verschiedenen Formen und Arbeitsweisen spielen zu können. Es gibt zumindest in Stadt- und Staatstheatern keine Schnittmenge zwischen Musical und Postdramatik in der Produktion und Ästhetik. Da ist ein großes Potenzial, das man ausbauen könnte. Und natürlich Machtstrukturen.
Maret: Man sollte versuchen, Leuten nicht nur zuzuhören, sondern sie zu integrieren. Und für mich bezieht sich Zugänglichkeit auch auf Sprache. Oft sitze ich in einem Stück und habe das Gefühl, ich darf nur die Hälfte verstehen. Aber so kann man Menschen nicht erreichen oder zusammenbringen. Es braucht auch nicht nur ein Ding, das sich ändern muss, sondern es braucht Mut, neue Dinge zu wagen und neue Leute an die Theater zu holen. Wir haben uns etwas gewundert, dass nicht noch mehr junge Menschen wie wir zu diesem Festival eingeladen wurden oder Menschen, die noch nicht in der Theaterwelt etabliert sind. Da kann sich noch ein bisschen was ändern.