Hört man Katja Friedrich dabei zu, wie sie von ihrem Arbeitsalltag erzählt, versteht man ein stückweit die Schwierigkeit, ihren Beruf zu greifen. Ihre Tätigkeit ist so vielfältig wie umfangreich. Als eine von vier Dramaturg*innen am Münchner Volkstheater ist sie künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lektorin, Beraterin und Ideengeberin. Sie erstellt Spielpläne, wählt Stücke aus, wälzt Bücher, führt Interviews und stellt Produktionsteams zusammen. Hinzu kommen die Programmhefte, die auch von der Dramaturgie geschrieben und redigiert werden.
Man könnte die Arbeit der besseren Übersicht halber auch in zwei Bereiche aufteilen: einen strategischen und eine operativen. Bei ersterem wird in Zusammenarbeit mit dem Intendanten Christian Stückl und dem Leitungsteam überlegt, welche Regisseur*innen im Haus arbeiten, welche Themen und welche Stücke gezeigt werden sollen. Dabei ist auch ein besonderer Aspekt des Hauses entscheidend: "Christian Stückl arbeitet ja sehr gerne mit jungen Regisseur*innen zusammen. Das heißt, dass wir die auch irgendwo scouten müssen. Wir schauen uns viele Sachen an und überlegen, wer für unser Haus interessant sein kann. Das ist der strategische Bereich. Zu schauen, wie die künstlerische Ausrichtung des Hauses sein soll."