Mit wenigen Elementen lässt Friedrich, der auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet, auf der Bühne immer wieder neue Räume entstehen. Die Body-Cam, die um die Brust von Woyzeck-Darsteller Philipp Kronenberg geschnallt ist, fängt aus verschiedenen Perspektiven den Raum ein, die Aufnahmen werden auf eine Leinwand projiziert. Es entstehen Szenerien einer Bushaltestelle, eines Waldes, eines Parkplatzes, eines (Drogen-)Labors in einem Container und einer Verschwörungstheoretiker-Höhle in einem Röhrenbunker. Inspirieren ließen sich Friedrich und sein Videokünstler Nico Parisius, die beide auch privat gerne zum Controller greifen, bei der Gestaltung von Videospielen: "Wir hatten mehrere im Kopf, aus denen wir einzelne Elemente in das Inszenierungskonzept eingebaut haben. Am nächsten heran kommen das Indie-Horror-Game ‚Slender‘, in dem man sich nachts in einem dunklen Wald umherbewegt und versucht, dem ‚Slender Man‘ zu entkommen, sowie das Rollenspiel ‚Cyberpunk 2077‘, das sich auch durch die Ego-Perspektive, einen dialogischen Aufbau und Multiple Choice Aktionsoptionen auszeichnet", erklärt Friedrich.