Nick Romeo Reimann hält einen witzigen Monolog darüber, wie stolz er auf seine heutige Performance ist, während er einen Strauß aus Würsten in der Hand hält wie einen Preis, in der Mitte eine dicke Salami. Auch witzig, aber unter der Oberfläche doch anrührend in der darunter versteckten Verzweiflung, begehrt und gemocht zu werden, ist der Moment, als er davon spricht, wie sehr er doch daran gewöhnt sei, durch visuelle Reize erregt zu werden, nicht mehr durch Berührung. Im Publikum sucht er dann genau danach, nach Berührung. Sie kommt, zaghaft, verhalten, befremdlich.
Und weil mit 21 die besten Jahre für den Teenage Dream von ununterbrochenem, wildem Sex vorbei sind – die Jagd danach verlief leider erfolglos – will Olivia Axel Scheucher jetzt als MILF kandidieren. Gleich noch eine Frage nach dem Zusammenhang zwischen Verkaufswert und Alter des Körpers also. Ein starkes Bild entsteht, wenn Luca Bonamore, Oberkörper glänzend von Öl, zu Reimanns Gesang tanzt. Scheucher sitzt im Hintergrund und kaut apathisch auf dem Wurststrauß herum. Borower wartet darauf, darüber auszurasten, dass von ihr nichts Privates übrig ist, sie entblößt sich ja ständig in ihren sexy Bildern, mit denen sie ihre Brüste und ihren Arsch ganz nach dem Geschmack ihrer Konsument*innen serviert.