Wie war deine Herangehensweise?
Da die fünf Teile des Buchs sehr unterschiedlich sind, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, für jeden Teil eine eigene Form zu finden. Eigentlich genau wie es Kim de l'Horizon in seinem Buch gemacht hat. Dabei bildet stilistisch gesehen das Live-Video den roten Faden, mit dem wir viele Szenen, die die Vergangenheit beschreiben, erzählen.
Warum hast du dich entschieden, den Stoff mit einem siebenköpfigen Ensemble auf die Bühne zu bringen und nicht etwa als Monolog?
In einem Absatz des Buchs schreibt Kim de l'Horizon über die vielen Facetten des Ichs und dass es großen Spaß macht, die aneinander zu reiben – also beispielsweise das tiefenpsychologische Ich und das queere Ich. Es geht also um den Pluralismus des Ichs und darum, dass jeder Mensch aus einer Vielzahl von Anteilen besteht. Und das war der ausschlaggebende Punkt für mich, den Stoff nicht als Monolog zu machen, sondern sehr viele Farben – auch von Sprecher*innen und Stimmen – und Vielfältigkeit zu zeigen. Auch wenn es die Erzählung einer einzelnen Person ist, geht es im Buch auch oft um die inneren Stimmen. Das mit einem großen, queeren Ensemble auf die Bühne zu bringen, ist ein wichtiges Zeichen.