Ein Volksfeind
Thomas Stockmann hat recht. Das nützt ihm allerdings wenig. Er hat entdeckt, dass das Wasser des örtlichen Kurbads verseucht ist und verlangt einen Umbau des Bades. Dieses ist jedoch der örtliche Tourismusmagnet und bringt Geld in die Kassen. Die Bekanntmachung des giftigen Wassers würde der Stadt enorm schaden, der Umbau wäre teuer und aufwendig: Was tun? Anhand dieses Dilemmas zeigt Ibsen in seinem Gesellschaftsdrama minutiös auf, wie eine einfache Wahrheit in den Strudel aus gesellschaftlichen Dynamiken, Macht- und Eigeninteressen gerät, in dem sie und ihr Verteidiger allmählich untergehen. Die anfängliche Euphorie Stockmanns über seine Entdeckung, der Zuspruch seiner Freunde und Familie, all das weicht nach und nach angesichts des Drucks, den sein Bruder, der Bürgermeister gegen ihn aufbaut. Die Presse – anfangs noch auf Stockmanns Seite – muss der Macht und den Argumenten des Bürgermeisters weichen, sodass Stockmann immer isolierter wird und am Ende trotzig und allein gegen die ganze Stadt wettert.
Ibsen verhandelt anhand eines Umweltskandals die bis heute immer brisanter werdenden Fragen nach dem Wert von Wahrheit. Sapir Heller denkt die Geschichte Stockmanns eine Schleife weiter: wir landen nach dem Höhepunkt von Ibsens Drama zusammen mit Stockmann in einem Spiegelkabinett aus immer unsicherer werdenden Varianten der vermeintlichen Wahrheit.
Kein passender Termin dabei? Jetzt per E-Mail benachrichtigen lassen, sobald neue Termine im Verkauf sind.
Besetzung
"Was und wem wir glauben wollen, das müssen wir selbst entscheiden. An diesem starken Theaterabend wie im echten Leben." – Abendzeitung
"Sapir Heller und Dramaturg Leon Frisch haben das Werk geschickt eingedampft, dabei die Ibsen’sche Quintessenz nicht angetastet. […] Heller verschärft Ibsens komödiantische und satirische Elemente; ein bissl Karikatur hier, ein bissl Gaudi dort." – tz
"Wo Menschen aneinandergeraten und sich auseinandersetzen, entfaltet der Abend seine Stärken." – nachtkritik.de
"Ein intelligenter Bühnenspaß, der nichts wäre ohne die Schauspieler." – Münchner Merkur
Hinweise zur Inszenierung
Auf der Bühne kommt es zum Einsatz von Zigaretten und Kräuterzigaretten.