Den Weg dafür ebnete schon eine Arbeit im Jahr 2015. "On One Condition" nahm Schlüsselmomente seiner Kindheit in Australien in den Blick und untersuchte die Folgen, die das Leben in einem behinderten Körper damals mit sich brachte. Mit seiner Performance "Beast" fokussierte er sich anschließend weiter auf seinen Körper: "Ich war nackt und weiß angemalt, es war, als würde ich mich selbst wie ein Tier betrachten." Auf dem Prüfstand steht dabei immer die eigene Beziehung zu diesem Körper, aber auch der Blick von außen. Mit der "Dan Daw Show" habe er von Anfang an eine stärkere Verbindung zwischen der Innensicht und der Außenperspektive herstellen, persönliche Besonderheiten und Leidenschaften sichtbar machen wollen.
"Ich glaube, wir erreichen Menschen emotional, indem wir uns erlauben, auf der Bühne verletzlich zu sein und uns trauen, uns selbst zu hinterfragen", so Dan Daw. Die Reaktionen von Frauen, Queers und Menschen mit Behinderung seien besonders verblüffend: "Sie kommen auf uns zu und sagen: ‚Ihr habt mich daran erinnert, dass ich mehr Platz in der Welt einnehmen darf und aufhören muss, mich für mich und meinen Körper zu entschuldigen.‘" Immer wieder erschrecke er sich über Sätze wie diese, so Daw, aber er sei glücklich darüber, dass seine Arbeit solche Wellen schlage.