Beides verbindet er geschickt mit den politischen Gedanken aus "Die Gerechten" von Albert Camus aus dem Jahr 1949 über die Revolte und den liebenden Menschen in der Revolte. Dabei hat Dikenci in seiner Stückentwicklung den Camus‘schen Klassiker in die Gegenwart weitergedacht und somit ein interessantes Spannungsfeld zwischen Recht und Rache eröffnet. Zentraler Anknüpfungspunkt ist hier die Solidarität, die sich schließlich auch auf weitere Teile der Gesellschaft übertragen ließe. Auch die Revolte sei laut Camus endlos, daher wäre eine solidarische, liebende Revolte möglich.
Zu Beginn skizzieren die Protagonist*innen ihre Lebensrealitäten, aus derer heraus sie ebenjene Widerstandsgruppe gegründet haben, um das Gleichgewicht der Gerechtigkeit in Deutschland wiederherzustellen und Rache zu nehmen, für alles, was geschehen ist und auch heute noch geschieht. Die drei Kämpfer*innen rufen dazu auf, die neue Weltordnung durch Liebe, Rache und Solidarität umzusetzen. Doch das sorgt nicht nur innerhalb des Trios für heftige Diskussionen und kritische Entscheidungen. Geschickt arbeitet Dikenci zentrale Fragen heraus: Können Vergeltung, Versöhnung und Vernunft eine gesellschaftliche Neuordnung herbeiführen? Welche Gewalt darf angewendet werden, um Gewalt zu verhindern?