In der Szene, die gerade geprobt wird, taucht Johanna erstmals auf dem Schlachtfeld auf. "Sie erscheint aus dem Himmel und bricht wie ein Engel der Vergeltung in die Menge hinein und löst eine Druckwelle aus, die alle wegsprengt und die Schlacht entscheidet. Man kann es sich als eine Mischung aus einem religiösen Gemälde und Matrix vorstellen", so Darnstädt. Um das dementsprechend in Szene zu setzen, muss sich das Ensemble erstmal mit der Technik vertraut machen.
Nach jedem Durchgang funktionieren die Abläufe besser. Es sind die kleinen Details, die den Unterschied ausmachen. Die Seile müssen genau im richtigen Tempo hochgefahren werden, damit die Flugbewegung stimmt. Mithilfe einer Software, die mit der Seilmechanik verbunden ist, kann die Geschwindigkeit präzise justiert werden. Hinzu kommt das richtige Timing. Marc Sieger weiß aus dem Stegreif, wann der Einsatz für die sechs Schauspieler kommen muss: "Wenn Nina 30 Zentimeter über dem Boden ist, fliegen die anderen nach hinten weg." Eigentlich arbeitet Sieger hauptsächlich für Filmproduktionen. Von Autocrashs über Doubeln bis hin zu Seilflügen ist alles dabei. Dass er an ein Theater geholt wird, kommt eher selten vor.
Neben der exakten Programmierung der Software ist vor allem die Körperbeherrschung entscheidend.