Wie findet das Volkstheater überhaupt ihre jungen Schauspieler*innen? Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine ist der hauseigene Jugendclub. Hier können sich Interessierte zwischen 14 und 21 Jahren erstmals auf der Bühne ausprobieren. Und hin und wieder übernehmen Jugendliche eine Rolle in einer der Inszenierungen. Eine andere Möglichkeit stellen klassische Casting-Agenturen dar, die eine Datenbank mit Fotos anbieten. Im Falle von Anton Sommer in Edward II. kam der Kontakt über Theaterkolleg*innen des Residenztheaters zustande, die ihn empfohlen haben. Das Theater besitzt eine eigene Statisterie, also eine Abteilung, die sich eigens um die Besetzung der Statist*innen kümmert. Dort wurde Anton in einer Kartei für junge Darsteller*innen gelistet.
Dass seine Rolle des Prinzen Edward überhaupt besetzt werden konnte, war keine Selbstverständlichkeit. Das Gewerbeaufsichtsamt war beim Lesen des Textbuchs etwas kritisch. Schließlich wird in dem Stück Edward II. ermordet, während sein Kind auf der Bühne ist. Um die Genehmigung zu erhalten, musste den beteiligten Kindern gezeigt werden, dass das Messer nicht echt ist und Kunstblut verwendet wird. Zudem brauchte es eine weitere Bestätigung der Eltern, dass die Handlung des Stücks mit den Kindern aufgearbeitet wird. Der enorme Aufwand zeigt: Der Schutz der Kinder wird im Theater sehr ernst genommen.
"Edward II." ist noch ein letztes Mal am 8. März im Münchner Volkstheater zu sehen.
"Maria Magda" von Svenja Viola Bungarten in der Regie von Jessica Weisskirchen ist ab dem 2. März im Münchner Volkstheater zu sehen.