Im Laufe des Abends werden viele Fragen verhandelt, die man sich im alltäglichen Leben selbst immer wieder leise stellt.
Wann ist man echt? Bin ich noch echt? Und wer bin ich überhaupt? Zum Beispiel in Gesprächssituationen oder Interviews reden wir auf eine ganz bestimmte Art. Wir haben irgendwo gelernt, irgendwo gesehen, wie man ein Interview zu führen hat. Im Endeffekt habe ich diese "Technik" irgendwo geklaut und mir abgeschaut. Wann gibt’s denn noch authentische Momente? Das finde ich sehr spannend, denn das begegnet einem ja im Alltag immer wieder.
Der Protagonist versucht, einen Ort aus seiner Erinnerung zu konstruieren, um ihn nochmal betreten zu können. Das verbindet den Inhalt des Stücks mit der Funktion des Theaters, einen Raum schaffen zu wollen, der Menschen in Realitäten eintauchen und eintreten lässt.
Genau. Das ist auch ein bisschen die Gefahr des Stücks. Es passt wahnsinnig gut ins Theater, gleichzeitig muss man die entsprechenden Bilder dafür finden. Bevor das Volkstheater zugestimmt hat, "8 1/2 Millionen" auf den Spielplan zu nehmen, hatte ich es bestimmt sieben oder acht Theatern angeboten, die abgelehnt haben. Als die Zusage vom Volkstheater kam, habe ich mich sehr gefreut. Ich habe mit Leon Frisch, dem Dramaturg, eine Fassung erarbeitet. Wir haben dann erstmal viel Zeit mit Linien und Notizen zu Personen und Zusammenhängen vor einem Flipchart verbracht. Die verschiedenen Ebenen und die Wechsel zwischen ihnen zu entwirren, hat mich grundsätzlich interessiert. Es hat total Spaß gemacht, dieses riesige Konstrukt zu begreifen.