"Unser Fleisch, unser Blut" ist wie einige deiner vorherigen Stücke eine Stoffentwicklung. Was reizt dich daran?
Ich mag den Prozess sehr gerne, mit dem Ensemble in Dialog zu treten. Das bringt aber oft auch eine große Unsicherheit mit sich. Manche Schauspieler*innen halten das besser aus und haben auch ein großes Interesse daran, sich Texte zu erarbeiten. Manche weniger. Während der Stückentwicklung denk ich mir aber immer wieder, wer hatte eigentlich diese bekloppte Idee? Was habe ich mir da schon wieder eingebrockt? Ich muss halt immer gleichzeitig den Text und die Szenen entwickeln. Und das sind zwei Aufgaben, die sehr viel Aufmerksamkeit und Zeit erfordern.
Du gehst die Sache sehr humorvoll an. Denkst du, so lässt es sich besser aufklären?
Humor ist immer ein guter Weg und auch eine gute Lebensphilosophie. Wenn es mir nicht gut geht, kann mich der Humor wieder aufrichten. Oder eine Situation fühlt sich weicher an. Das gemeinsame Lachen löst ganz viel Anspannung auf. Humors ist ein großes Geschenk. Er verbindet. Und nimmt Situationen die Ernsthaftigkeit.
Mit welchem Gefühl sollte das Publikum aus der Inszenierung herausgehen?
Mir ist es wichtig, dass die Menschen einigermaßen gut gelaunt und inspiriert herausgehen. Ich verstehe meinen Beruf so, dass er unterhalten, aber auch zu emotionalem Spüren und intellektuellem Nachdenken anregen soll. Und dass man mit mehr Wahrheiten aus dem Theater kommt, als dass man hineingegangen ist.