Das Ensemble in"Sistas!" besteht komplett aus nichtweißen Darsteller*innen, die Figuren erleben im Verlauf der Inszenierung allesamt rassistische Diskriminierung. Sie gehen damit unterschiedlich um und sind auch selbst keineswegs gefeit vor rassistischem oder klischeegeprägtem Denken. Ist "Sistas!" ein Debattenstück über die Debatte(n) selbst – ein öffentliches Sprechen darüber, wie in öffentlichen Räumen gesprochen wird?
Katharina Stoll: Sobald du den Diskurs thematisierst, verhandelst du natürlich den Diskurs als solchen. Die besondere Situation bei "Sistas!" ist aber, wie eine Figur einmal sagt: "Wir sind hier unter uns." Auf der Bühne steht ein gutbürgerliches Wohnzimmer, ein Berliner Zimmer mit Flügel und Sofa. Das schafft die Möglichkeit eines sehr privaten, intimen Diskurses – zuhause. Deshalb würde ich nicht sagen, dass das Stück unbedingt diesen äußeren Diskurs als solchen verhandelt.
Das Theater präsentiert sich also als der vielbeschworene Safe Space, der sich dem allzu Öffentlichen vielleicht auch mal entziehen will?
Katharina Stoll: Unser Versuch war es zu vermitteln, dass es Freude macht, sich offen mit aktuellen Diskursen auseinanderzusetzen. Diese Diskurse sind extrem wichtig, aber man darf dabei nicht das Gespräch vergessen – und im besten Fall auch nicht den Humor.