"Ich war von Menschen umgeben, die dieselbe Sprache sprechen wie ich, die mit meiner Heimat verbunden sind und die ich meine Gleichgesinnten nennen kann. Ich fühlte, dass es ein wichtiger Auftrag sein würde, dem deutschen Publikum von uns zu erzählen – unsere Geschichten zu erzählen. Dieses Projekt war für mich eine Rettung. Hier fühlte ich mich gebraucht und aufgehoben. Auch wenn es jedesmal wieder eine große Herausforderung ist, von meinen Erfahrungen zu erzählen, mich erneut zu konfrontieren" sagt Yuulia.
Jeder Moment der Aufführung macht klar: Das, was dort auf der Bühne erzählt wird, ist die bittere Realität für diese Frauen. Die Frage: "Wie funktioniert der Mensch in einem Ausnahmezustand?" steht fast greifbar im Raum.
Und weiter sagt Yuulia: "Mein Mann ist immer noch an der Front, er ist in einer sehr gefährlichen Zone, wo es ständig Kämpfe gibt. Deshalb ist es nicht einfach, über ihn zu sprechen, während ihm jeden Moment etwas zustoßen kann. Aber: Es ist wichtig zu sagen, dass das Spiel uns kein noch größeres Trauma verursacht – im Gegenteil, es hilft uns, diese Erfahrung zu überleben. Stas Zhyrkov und Pavlo Arie helfen uns dabei."
"Fortgehen oder bleiben?"
Immer wieder chorische Passagen, die eine enorme Wucht haben und zeigen: Diese Frauen da auf der Bühne, die haben das so erfahren, genau so. Aber nicht nur sie! Ganz vielen anderen, die da nicht stehen, erging es auch so. Die Bühne, sie multipliziert hier.
"Fortgehen oder bleiben?"