Maja, wie machst du diese Identitätsverschiebungen mit deinen Kostümen sichtbar?
Maja Beyer: Es gibt zum einen die im Film erzählte Ähnlichkeit und Verschmelzung der beiden Protagonistinnen, sowie die Doppelbesetzung bzw. "Doubleebene" in unserer Inszenierung. Diese blitzen auf der Bühne als Verschiebungen immer wieder auf. Ich habe mich vor allem mit den Dopplungen beschäftigt, die Unterschiede zwischen Original und Kopie und habe mit den Gegensätzen von Natürlichkeit und Künstlichkeit gespielt. Zu viel möchte ich aber noch nicht verraten.
Wie sah der gemeinsame Arbeitsprozess aus?
Nadin Schumacher: Das ist schon ein Weg, den man bei jedem Stück gemeinsam geht. Nach einem ersten Gespräch über ein mögliches Raumkonzept haben wir beide die Arbeit in den Bereichen vertieft, die uns interessiert haben. In diesem Fall fanden wir es beide spannend, das Gefühl der Irritation und Unsicherheit, das dem Stoff zugrunde liegt, auch auf Bühne und Kostüm zu übertragen und zu schärfen und so ein stimmiges Gesamtkonzept zu erzeugen.
Maja Beyer: Es war ein glücklicher Zufall, dass wir beide mit unseren Vorstellungen bei den 1960er-Jahren gelandet sind, aus denen wir uns jeweils an Formen und Schnitten inspiriert haben. Auch durch ein gemeinsames Farbkonzept baute sich sofort eine eigene Welt auf.