Vor einem minimalistischen Altbau in optisch täuschender Perspektive findet das Publikum ein opulentes Stimmungsspektrum wieder. Von bedrohlichen Teufelsreden, die Wahnsinn säen und dunklen Humor streuen, über prompte Gesangseinlagen und komödiantische Romantik, bis hin zu lange stehenden Bildern voller Ruhe ist alles dabei. Da wird gerannt, getanzt, geschrien, erlöst und sich in Trance gedreht. Klingt absurd? Vermutlich ist es das, wenn man sich an realistischen Maßstäben orientieren möchte, denn tatsächlich steht das Stück logisch-linearen Gewohnheiten entgegen und bricht mit dem "Vernünftigen". Da habe man es überhaupt nicht mehr mit Realismus zu tun, sondern viel mehr mit Energie, Wut, Witz, Lust und Hingabe – einer ganz speziellen Dimension von Realität, die sich nicht genau abbilden lasse, sondern zwischen uns vibriere, so Voigt.