Als Generalübernehmer garantieren Sie nicht nur, dass das Theater pünktlich fertig wird, sondern auch, dass diese Bausumme nicht überschritten wird. Sie scheinen diese unglaubliche Verantwortung recht locker zu schultern.
MÜLLER: Locker ist übertrieben. Ich sage es mal so: wir sind überzeugt, dass wir es hinkriegen.
REISCH: Absolut. Und jetzt mehr denn je.
Sie meinen: Jetzt, wo der Rohbau schon fast steht?
REISCH: Ja.
Sie liegen demnach im Zeitplan?
REISCH: Plus minus drei oder vier Wochen. Unser Ziel ist, am Ende des Jahres mit dem Rohbau oben zu sein. Was aber schlicht auch vom Wetter abhängt. Wenn der Wintereinbruch Ende November kommt, werden wir es nicht ganz schaffen. Aber die Pläne sind da, wie wir das wieder aufholen. Wir sind auch nur deshalb so weit, weil wir schon im Juni mit dem Ausbau der Haustechnik in den Untergeschossen begonnen haben, obwohl der Rohbau noch nicht fertig war. Das wird uns im nächsten Jahr erheblich helfen.
Eine häufige Ursache von Kostensteigerungen sind nachträgliche Änderungen am Plan. Verhalten sich noch alle Beteiligten diszipliniert?
MÜLLER: Die Behörden der Stadt und das Theater als Nutzer haben sich eineinhalb Jahre Zeit genommen, die funktionale Beschreibung vorzubereiten. Die haben wirklich jede Schraube und jede Qualiätsrichtlinie definiert. Jetzt gibt es keine Diskussionen mehr über Leistungen, die auszuführen sind.
REISCH: Es gab damals auch einen Testentwurf auf dem Gelände. Die Stadt hat die Behörden abgefragt, was sie brauchen und was sie gerne hätten, und irgendwann war Einsendeschluss. Daran haben sich alle gehalten und das merkt man sehr.
MÜLLER: Disziplin wird aber auch vom Architekten verlangt, der relativ schnell tief in die Gestaltung des Hauses eindringen muss. Sonst ist es oft üblich, den Rohbau fertig zu machen und dann gucken wir mal… Hier ist nichts mit "irgendwann mal gucken".
Steuern zahlende Bürger dürften sich fragen, weshalb das nicht immer so gemacht wird.
REISCH: Das frage ich mich auch.